Deutsches Klimaziel ohne Atomkraft erreichbar
07.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Heraus kam, dass die Umsetzung des Koalitionsvertrags allein schon bis zu 39,1 Prozent Minderung beim Kohlendioxid bis 2020 im Vergleich zu 1990 bringen könnte. In dem Szenario würde der Anteil von Ökostrom und -wärme am Primärenergieverbrauch 13,4 Prozent erreichen. Der Strompreis für Privathaushalte würde von heute 19,5 auf 19,6 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2020 wachsen.
Im zweiten Szenario würde der Ausbau von erneuerbaren Energien noch stärker forciert als bislang vorgesehen: auf 16,8 Prozent Anteil am Primärenergieverbrauch im Jahr 2020. Der Strompreis würde dann bei 20,5 Cent je Kilowattstunde liegen. Der Mehrpreis für die Volkswirtschaft summiert sich gegenüber dem «Koalitions-Vertrags-Szenario» auf 4,6 Milliarden Euro. Dafür würde das selbst gesetzte deutsche 40-Prozent-Ziel übererfüllt: 41,3 Prozent Minderung würden erreicht.
Im «Atomszenario» kämen sogar 45,3 Prozent Minderung zu Stande. Der Strompreis läge bei nur 18,4 Cent im Jahr 2020. Die Mehrkosten würden sich gegenüber der einfachen Umsetzung des Koalitionsvertrags auf 100 Millionen Euro belaufen.
Alle drei Szenarien gehen von einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz aus. Beim «Atomszenario» fiele diese aber mit 13,4 Prozent wegen geringeren Spardrucks deutlich kleiner aus als beim «Koalitions-Vertrags-Szenario» (17 Prozent).
Das Umweltministerium sieht die Studienergebnisse positiv. Nun sei belegt, dass das 40-Prozent-Ziel auch ohne Atomkraft erreichbar sei, hieß es in Ministeriumskreisen. Das Szenario zum verstärkten Ausbau der Erneuerbaren sei unter dem Gesichtspunkt der neuen EU-Ausbauziele realistisch, denn Brüssel erwarte von Deutschland etwa 16 bis 18 Prozent Anteil am Primärenergiebedarf. Den Strompreisvorteil beim Atomszenario erachtet das Ministerium als minimal. Ein Unterschied von einem Cent je Kilowattstunde sei ein guter Preis dafür, das inhärente Unfall- und Terrorrisiko zu beseitigen. (AP)

