Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden

China und Australien spielen bei Klimaschutz auf Zeit

07. Apr 2007 17:07, ergänzt 18:31
Smog in China zwingt die Menschen bereits zum Tragen von Schutzmasken
Bild vergrößern
Auf die ernste Klimabilanz der Vereinten Nationen reagieren große Umweltsünder uneinsichtig. Deutschland gehört zwar nicht zu ihnen, wird aber dennoch von Ex-Unep-Chef Töpfer kritisiert.

Angesichts des verheerenden UN-Klimaberichts sehen sich Staaten wie Deutschland, Spanien oder Japan darin bestärkt, entschlossen nach Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Die größten Umweltsünder wie etwa Australien oder China zeigten sich dagegen von dem Bericht unbeeindruckt oder spielten auf Zeit.

Der am Freitag veröffentlichte zweite Teil der Studie warnt unter anderem vor immer mehr Hungersnöten in Afrika und Asien auf Grund der Erderwärmung. Außerdem drohe vielen dicht besiedelten Küstengebieten eine dauerhafte Überflutung durch den Anstieg des Meeresspiegels.

Mehr in der Netzeitung:
Nach Ansicht von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) muss die internationale Gemeinschaft wegen des Klimawandels ihre Hilfen für die Entwicklungsländer ausweiten. In Deutschland selbst müsse neben der Diskussion über einen geringeren Kohlendioxid-Ausstoß auch über Maßnahmen nachgedacht werden, um den künftigen veränderten Lebensbedingungen zu begegnen, sagte Gabriel dem Sender NDR Info.

Auch das Umweltbundesamt warb für eine Anpassungsstrategie: «Im Küstenschutz haben wir es vorgemacht, nun müssen andere Bereiche folgen, wie Raum- und Stadtplanung, Gesundheitswesen, Naturschutz und Finanzwirtschaft», sagte der Präsident der Behörde, Andreas Troge.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas forderte mehr Engagement, auch Deutschland. Die Klimaschutzziele der Europäischen Union können nur dann durchgesetzt werden, wenn mit Deutschland auch die größte Volkswirtschaft Europas mitzieht», sagte Dimas der «Welt».

Deutschland in Spitzengruppe der Klimakiller

Der frühere Umweltminister und Chef des UN-Klimaprogramms, Klaus Töpfer, kritisierte in der «Welt am Sonntag» einen «erheblichen Widerspruch zwischen Anspruch und Handeln» in der deutschen Klimapolitik.

Mit durchschnittlich zehn Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erzeuge jeder Deutsche zwar nur halb so viel klimaschädliche Gase wie die Amerikaner. Deutschland liege aber dennoch in der Spitzengruppe der Staaten mit dem höchsten Ausstoß an Klimakillern.

Auf internationaler Ebene will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür einsetzen, «möglichst alle Staaten in die Verantwortung für den Klimaschutz einzubinden». Sie werde das Thema auch beim G-8- Gipfel im Juni ansprechen, sagte sie der «Süddeutschen Zeitung».

China will bis 2013 warten

Anhaltender Widerstand zeichnet sich in den USA, China und Australien ab. China - nach den USA der weltgrößte CO2-Produzent - will sich offenbar erst von 2013 an aktiv an den Gesprächen für ein internationales Rahmenwerk zur Bekämpfung der Klimaerwärmung beteiligen.

Das Riesenreich ist - wie Indien und zahlreiche Entwicklungsländer - von den Auflagen zur Verringerung der Treibhausgase im Kyoto-Protokoll ausgenommen. Unbeeindruckt vom Klimabericht zeigte sich auch Australien als einer der größten Umweltsünder im pazifischen Raum.

Premierminister John Howard sah in dem Bericht «wenig Neues» und bekräftigte das Nein seiner Regierung zum Kyoto-Protokoll. In den USA wollen die Demokraten im US-Repräsentantenhaus noch bis Ende dieses Jahres gesetzlich eine Begrenzung der CO2-Emissionen für die US-Industrie durchsetzen. Sie kritisieren die ihrer Ansicht nach lasche Reaktion der US-Regierung von Präsident George W. Bush auf die jüngsten, alarmierenden UN-Klimaberichte.

Japan entwickelt neue Reissorten

Konkrete Maßnahmen wegen der drohenden Klimaerwärmung kündigte dagegen Japan an. Dort sollen neue Reissorten entwickelt werden, die Hitze besser vertragen und mit weniger Wasser auskommen. Die spanische Regierung will noch im Sommer einen Anpassungsplan verabschieden, weil ihr Land im UN-Bericht als besonders anfällig und verwundbar bezeichnet wird. (dpa)

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Wetter-Probleme beim Anflug: 
«Endeavour» nimmt Umweg über Kalifornien
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.