05. Apr 2007 13:46
Am Freitag wird in Brüssel der zweite Teil des Weltklimaberichts vorgestellt. Doch wie deutlich das Papier werden soll, ist noch umstritten.
«Es geht langsam», zitiert die Agentur AP den schwedischen Delegierten Mattias Lunblad. Dissens besteht über eine Formulierung in der Einleitung: «Viele Natursysteme auf allen Kontinenten und in einigen Ozeanen werden von regionalen Klimaveränderungen betroffen sein.» Einige Delegationen forderten eine weniger eindeutige Aussage. Zur Klärung des Dissenses wurde nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt.Der SPD-Umweltstaatssekretär Michael Müller hat schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Trotz Wortklauberei und zum Teil «lächerlichen Einwänden» sei es den USA gelungen, einige Formulierungen des Reports deutlich abzuschwächen, sagte der Leiter der deutschen Delegation am Donnerstag in Brüssel der Nachrichtenagentur dpa. «Die USA scheinen die Debatte nicht ernst zu nehmen.»
Im Mittelpunkt des zweiten Teils des Berichts stehen die Auswirkungen der Erderwärmung auf Pflanzen und Tiere. Die Forscher warnen, dass bei einem ungebremsten Klimawandel mindestens ein Fünftel der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht ist. «Es ist wahrscheinlich, dass Korallen wegen der erhöhten Meerwassertemperaturen in großem Ausmaß ausbleichen und absterben werden», zitiert der Online-Dienst der «New York Times» aus dem Entwurf.Auf einige Ökosysteme wirke sich der Klimawandel aber auch positiv aus. So zeigten Satellitenbilder, dass die Vegetation in vielen Regionen früher im Jahr ergrüne. Im Zusammenhang mit der verlängerten Wachstumsphase und einem Düngeeffekt des Treibhausgases Kohlendioxid habe die Produktivität der Pflanzen zugenommen, heißt es in dem Entwurf. Für die Landwirtschaft habe das aber nicht nur positive Konsequenzen. Die Erwärmung fördere auch Unkräuter, Schädlinge und Waldbrände. Die meisten Klimaveränderungen würden sich auf lange Sicht negativ auswirken.