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Klimawandel bedeutet massives Artensterben

02. Apr 2007 18:49
Die Horror-Szenarien der Uno zum Klimawandel werden immer detailreicher
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Der zweite Teil der Uno-Klimastudie wartet mit neuen Horrorzahlen auf. Besonders arme Menschen sind bedroht: Am Rand von Wüsten drohen Hungersnöte, an den Küsten Überschwemmungen.

Der neue UN-Klimareport wird ein düsteres Bild von den Folgen der Erderwärmung zeichnen. Mindestens ein Fünftel der Tier- und Pflanzenarten seien - bei ungebremstem Klimawandel – vom Aussterben bedroht, schreiben die Experten im jüngsten Entwurf für den zweiten Teil der Studie, der dpa vorliegt.

Wissenschaftler und Regierungsvertreter nahmen am Montag in Brüssel Beratungen über diese Fassung auf. Der endgültige Bericht des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC/Intergovernmental Panel on Climate Change) soll an diesem Freitag in der belgischen Hauptstadt vorgestellt werden.

Zu viel Wüste, zu viel Wasser

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Die berechneten Klimaveränderungen dürften Millionen von Menschen betreffen - vor allem in den ärmsten Regionen. Hitze, Smog und Unterernährung machten immer mehr Menschen krank. Besonders Kindern drohten schwere gesundheitliche Schäden. Wie es weiter hieß, werden sich Dürregebiete ausdehnen. Das weltweite Risiko für Hungersnöte werde größer.

Extreme Niederschläge nehmen nach Einschätzung der Experten an Häufigkeit und Intensität zu. Besonders Küstengebiete seien in Gefahr. «Hunderte Millionen Menschen sind auf Grund des steigenden Meeresspiegels von Überschwemmungen bedroht», schreiben die Autoren in dem Entwurf. Allein in Europa seien bis 2080 jährlich zusätzlich bis zu 2,5 Millionen Menschen von Überflutungen betroffen.

Appell an USA

Wasser und Hitze gefährdeten das Funktionieren der Infrastruktur wie Straßen und Schienen. Mit Kritik an den USA begannen die Brüsseler Beratungen in Brüssel. Forscher und Regierungsdelegationen aus mehr als 100 Ländern kamen zusammen. Im Kampf gegen die Erderwärmung müsse die Staatengemeinschaft an einem Strang ziehen, forderte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas zum Auftakt der Konferenz. Ein Engagement der USA, die sich bisher nicht auf verbindliche Klimaschutzzielen festlegen lassen wollen, sei absolut notwendig. Nur mit den USA sei es möglich, auch Schwellenländer wie China und Indien mit ins Boot zu holen.

Die EU sei bereit, beim Kampf gegen die Erderwärmung mit gutem Beispiel voranzugehen und auch den Entwicklungsländern zu helfen, sagte Dimas. USA und Australien erschwerten jedoch gemeinsame Anstrengungen, kritisierte er mit Blick auf die Weigerung beider Staaten, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren. Damit haben sich die Industrienationen zu einer Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstoßes verpflichtet.

Dramatischer als gedacht

Hintergrund:
«Die Folgen der Erderwärmung sind viel dramatischer, als wir dachten», sagte der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt. Zahlreiche Experten hätten bislang den Menschen gemachten Klimawandel bestritten. «Die Bedeutung des IPCC liegt darin, dieser Debatte ein Ende zu setzen.» Jetzt sei entschiedenes Handel gefragt. «Unpopuläre Maßnahmen können wir nicht mehr vermeiden.» Das gelte für Politiker in allen Ländern. Auch die Verbraucher müssten ihr Verhalten ändern.

Die Umweltorganisationen Greenpeace und Friends of the Earth forderten die Industrienationen auf, den Entwicklungsländern bei den Folgen des Klimawandels zu helfen. Die Zahl der Opfer von Naturkatastrophen habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu verdreifacht, erklärte Greenpeace.

Der Mensch ist verantwortlich

Im ersten Teil des vierten UN-Klimareport waren Experten zu dem Schluss gekommen, dass der Mensch mit großer Sicherheit für den Klimawandel verantwortlich ist. Gut 2500 Forscher und 450 Hauptautoren haben sechs Jahre lang gearbeitet. Grundaussage ist, dass der Mensch den Treibhauseffekt mit unabsehbaren Folgen verstärkt und entschieden gegensteuern muss. Der erste Teil über die wissenschaftlichen Grundlagen war im Februar in Paris präsentiert worden. Teil drei soll die Möglichkeiten beschreiben, den Klimawandel mindestens zu bremsen. Er wird im Mai im thailändischen Bangkok vorgestellt werden. (dpa)

 
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