29.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
In Vorbereitung einer Satellitenmission wagten sich deutsche Forscher über dünnes Eis.
Foto: Awi
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Noch in diesem Jahrhundert könnte das Nordpolarmeer im Sommer völlig eisfrei werden. Messungen haben nun ergeben, dass auch das Wintereis immer dünner wird.
In der Arktis in der Region um Spitzbergen ließen außergewöhnlich milde Temperaturen in diesem Winter sehr wenig Eis entstehen. Rekordtemperaturen gab es nicht nur in Mitteleuropa, berichten Wissenschaftler des
Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (Awi).
Gemeinsam mit Kollegen vom
Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben sie im März das arktische Meereis mit Forschungsflugzeugen kartiert. Das Meereis spielt eine wichtige Rolle im Klimawandel. Der beobachtete Rückgang in den letzten Jahren bedeutet, dass weniger Sonnenenergie vom Eis in den Weltraum reflektiert wird, wodurch die Temperaturen in der Arktis weiter steigen. Im jüngst veröffentlichten UN-Klimabericht wird die Erwärmung der Arktis als einer der vier Kernpunkte des globalen Klimawandels herausgestellt.
Gewöhnlich ist Spitzbergen am Ende des Winters weitgehend vom Eis umschlossen und die Fjorde sind zugefroren, teilte das Awi mit. «In diesem Jahr mussten die Flugzeuge bis an die Grenzen ihrer Reichweite fliegen, um ausreichend Messdaten über dem Meereis erfassen zu können», sagt Jörg Hartmann vom Awi.
Das Awi-Forschungsflugzeug «Polar 2» fliegt während der Messflüge in geringer Höhe. Gleichzeitig vermisst ein Forschungsflugzeug des DLR aus drei Kilometern Höhe mit einem Radarsystem das Eis. Die so gewonnenen Daten sollen die Grundlagen für ein Verfahren liefern, in denen Satellitenbilder zur Eisvermessung herangezogen werden. Der Satellit «Sentinel-1» der europäischen Weltraumorganisation Esa soll ab 2011 die Eisgebiete der Arktis beobachten. (nz)