Arktisches Meereis verändert europäisches Klima
16.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Besonders stark ist der Rückgang im jährlichen Minimum im September: Jedes Jahr bedeckte das Eis knapp 100.000 Quadratkilometer weniger als im Vorjahr. Als Eisdecke gilt hierbei Meeresoberfläche, die zu mindestens 15 Prozent mit Eis bedeckt ist. Aber auch der jährliche Zuwachs in den Wintermonaten falle geringer aus, sagen die Wissenschaftler.
Ende der 1980er Jahre hätten veränderte Luftströmungen mehr dickes Eis in den Nordatlantik treiben lassen, wo es schmolz. Seit Mitte der 1990er Jahre ist zudem mehr vergleichsweise warmes Wasser aus dem Nordatlantik in den arktischen Ozean geströmt, was die Eisbildung hemmte. «Das sind Beispiele für Anstöße, die das arktische Klimasystem schnell in einen neuen Zustand übergehen lassen könnten», sagt Serreze.
Die Eisverwehungen in den 1980er Jahren könnten bereits der entscheidende Anstoß gewesen sein. «Im Moment können wir das nicht ausschließen», sagt Serreze.
Auch die Auswirkungen auf das Klima der gemäßigten Breiten seien noch nicht genau abzusehen. Andere Forschergruppen gingen davon aus, dass Luftströmungen verändert werden. Dadurch würden Niederschläge in West- und Südeuropa zunehmen und in den westlichen USA abnehmen. In der arktischen Region wird stärke Küstenerosion erwartet. «Die Auswirkungen werden nicht auf den arktischen Raum begrenzt sein», sagt Serreze.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

