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Uno erwartet massenhaft Hitzetote in Europa

02. Mrz 2007 10:29
Trockenheit bald auch in Deutschland an der Tagesordnung?
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Eine klimapolitischen Wende kann die Folgen des Klimawandels zwar abmildern. Dennoch müssen sich vor allem Menschen hierzulande und in Asien darauf einstellen, dass extremes Wetter das Leben bedroht.

Die schwer wiegenden Folgen des Klimawandels können nach Einschätzung von Experten selbst durch ein rasches Umsteuern bestenfalls abgemildert werden. Dies geht aus dem Schlussentwurf des zweiten Teils des Weltklimaberichts hervor, aus dem die «Financial Times Deutschland» (FTD) zitiert. Danach lässt sich nicht mehr verhindern, dass die globale bodennahe Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 um 0,6 Grad steigen wird.

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Der UN-Klimarat IPCC, der weltweit Forschungsergebnisse zusammenträgt und auswertet, rechnet demnach fest mit «steigenden Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren». Mehr «hitzebedingte Sterblichkeit» sei vor allem in Europa und Asien zu befürchten. Einige hundert Millionen Menschen in dicht besiedelten Küstenregionen seien allein durch den Meeresspiegelanstieg bedroht. Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt laut IPCC in Regionen, wo Gletscher und Schnee wichtige Wasser-Reservoire sind – die aber «sehr wahrscheinlich» weiter schwinden.

So bedrohlich wie Kriege

Außerdem drohe ein empfindlicher Verlust an biologischer Vielfalt. Für 20 bis 30 Prozent aller Arten bestehe ein «hohes Risiko der unwiderruflichen Auslöschung», sollte die globale Mitteltemperatur um weitere 1,5 bis 2,5 Grad Celsius (verglichen mit 1990) steigen. Das könnte nach heutigen Szenarien in der zweiten Jahrhunderthälfte der Fall sein, wenn die Treibhausgas-Emissionen bis dahin nicht stark limitiert worden sind.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte daher in New York eine stärkere Beachtung des Themas. Die globale Erwärmung stelle eine mindestens so große Bedrohung für die Menschheit dar wie Kriege oder andere Konflikte, sagte er. Er werde über dieses wichtige Thema deshalb im Juni mit den Regierungs- und Staatschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands beim G8-Gipfel in Heiligendamm sprechen. «Unglücklicherweise war meine Generation etwas unachtsam dabei, auf unseren einzigartigen Planeten zu achten», gestand Ban ein. Er sei aber zuversichtlich, dass die jüngere Generation sich besser darum kümmern werde.

Mögliche «Anpassungsmaßnahmen»

Die UN-Experten haben für ihre Klima-Untersuchung rund 30.000 Datensätzen der letzten 20 Jahre ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Anstieg der Temperaturen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist.

Als mögliche «Anpassungsmaßnahmen» nennen die Experten «rein technologische» Ansätze wie den Bau oder die Erhöhung von Deichen, um sich vor höheren Fluten zu schützen, und die Anpassung der Landwirtschaft an sich wandelnde Anbaubedingungen. Hier seien auch die Gesetzgeber gefordert. Speziell Nordamerika, so der Bericht, sei kaum auf «zunehmende Risiken und wirtschaftliche Verluste durch den Anstieg des Meeresspiegels, Unwetter und Sturmfluten» vorbereitet. (nz/dpa/FTD)

 
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