01. Mrz 2007 11:59
Mit Unvermeidbarem umgehen und das vermeiden, womit man letztlich nicht umgehen könnte: Ein Bericht zeigt auf, wie dem Klimawandel begegnet werden kann.
Damit das Risiko der untragbaren Auswirkungen nicht stark ansteige, müsse die CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei 450 bis 500 Teilen pro eine Million Teile Luft (ppm) stabilisiert werden. Heute liegt die Konzentration mit etwa 380 ppm rund 100 ppm über der Konzentration im Jahr 1750. Der globale Temperaturdurchschnitt ist seither um etwa 0,8 Grad Celsius gestiegen.Der globale Ausstoß von CO2 dürfe nur geringfügig zunehmen und müsse bis zum Jahr 2100 auf ein Drittel des heutigen Werts gesenkt werden, sagen die Experten. Die dazu notwendige Technologie sei vorhanden, heißt es in dem Bericht, der am Mittwoch anlässlich des kommenden Treffens der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht wurde.
Die Mitgliedsstaaten sollten Effizienzstandards für Verkehrsmittel einführen und Treibstoff-Steuern erheben. Sparsame Fahrzeuge und solche, die nicht mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, sollten gefördert werden. Die Energiebilanz bestehender und geplanter Gebäude sollte verbessert und Investitionen in die Energieeffizienz finanziert werden. Bio-Treibstoffe auf pflanzlicher Basis sollten mehr verwendet und das CO2, das Kohlekraftwerke freisetzen, gespeichert werden. «Jetzt ist die Zeit zu handeln», sagt John Holdren von der US-amerikanischen Harvard University.
Dies gilt laut der Verfasser auch für die Vorbereitung auf klimatische Veränderungen, die bereits als unvermeidbar gelten. «Die Zunahme an Dürren, Überschwemmungen und der Anstieg des Meeresspiegels wird enormes menschliches Leid und wirtschaftliche Verluste verursachen», sagt Rosina Bierbaum, ehemalige Leiterin des Wissenschaftsbüros des Weißen Hauses. Die Staaten weltweit müssten sich auf ein Klima einstellen, das sich grundlegend von dem des vergangenen Jahrhunderts unterscheide.Dazu gehöre etwa das Planen und Bauen von Städten, die widrigen Klimabedingungen standhalten. Zudem sollten die Institutionen gestärkt werden, die auf Wetterkatastrophen reagieren und eine steigende Zahl von Klimaflüchtlingen versorgen müssten. Viele der ärmsten Nationen weltweit werden nach den Erwartungen der Experten am stärksten betroffen sein und müssten finanziell unterstützt werden.