Uno warnt vor Versiegen des Golfstroms
20.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Wie die «Welt am Sonntag» berichtet, stützt sich die Weltorganisation auf Erkenntnisse von Forschern des Hamburger Max-Planck-Instituts, die einen Rückgang der warmen Strömung um 30 Prozent bis zum Jahr 2100 prognostizieren. Der Golfstrom hat wesentlichen Einfluss auf das Klima in Nordeuropa.
Sollte der Golfstrom in dem vorhergesagten Umfang zurückgehen und sollten andere Klimadaten dabei gleich bleiben, würde dies dem Institutsdirektor zufolge eine Abkühlung um durchschnittlich ein Grad bedeuten. Tatsächlich sei in Deutschland aber bis 2100 mit einer durchschnittlichen Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen.
Das Umweltministerium reagierte mit Sorge auf die Erkenntnisse. «Das ist ein weiteres, sehr ernst zu nehmendes Symptom des umfassenden Klimawandels», sagte der parlamentarische Staatssekretär Michael Müller der Zeitung. In den Klimaschutz müssten deshalb dringend alle Bereiche der Wirtschaft, der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs mit einbezogen werden.
Durch Energiesparmaßnahmen sowie die verstärkte Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft könne der Anstieg von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden, heißt es darin. Dadurch bliebe die Erderwärmung unter zwei Grad. «Deutschland als Weltmarktführer bei Wind- und Solartechnik würde besonders profitieren», sagt Sven Teske von Greenpeace. «Die Milliardensubventionen für Kohle und Atomkraft gehören allerdings sofort gestrichen.»
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor in ihrem wöchentlichen Podcast erklärt, dass Europa Vorreiter beim Klimaschutz werden müsse. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos will die amtierende EU-Ratsvorsitzende kommende Woche die Ziele des deutschen G-8-Vorsitzes erläutern. Der Klimawandel gehört laut Merkel neben Globalisierung, Afrika und dem Schutz geistigen Eigentums zu den Schwerpunkten. (nz)

