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Deutschland droht Ungeziefer-Plage

07. Jan 2007 19:35
Schneemangel in Tegelberg bei Füssen (Schwaben)
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Frühling im Januar: Im Central Park in New York ist es über 22 Grad Celsius warm. In Colorado stirbt das Vieh bei heftigen Stürmen. In Deutschland verschont der milde Winter derweil das Leben von Zecken und anderen Schädlingen.

In New York sei es der wärmste Januartag seit 56 Jahren, berichtete die «New York Times» am Sonntag. Auf Schnee mussten die New Yorker bisher verzichten. Der Winteranfang hatte sich zuletzt vor fast 130 Jahren - im Jahr 1878 - so lange verzögert. Damals war am 4. Januar der erste Schnee gefallen, berichtete die Zeitung.

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Im US-Bundesstaat Colorado riss eine 30 Meter breite Lawine am Samstag auf einer Bergstrasse zwei Autos mit und begrub sie unter mehreren Metern Schnee. Wie der US-Sender CNN berichtete, bargen Retter sechs Menschen aus den verschütteten Fahrzeugen. Das Unglück ereignete sich auf dem US-Highway 40, der zu dem Wintersportort Winter Park führt.

Tote Rinder

Beim Abgang der Lawine war die Straße kaum befahren. Wenige Stunden zuvor hatten mehrere tausend Skifahrer die Strecke passiert. Heftige Schneestürme haben in den vergangenen Wochen Teile Colorados mit mehr als einem Meter Schnee bedeckt.

Am Wochenende im Central Park in NY
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Angesichts des neuen Schneesturms nach zwei Blizzards um Weihnachten und Neujahr wuchs die Sorge um das Vieh auf den Weiden. Nach Einschätzung des Agrarexperten Leonard Pruett kosteten die Stürme der letzten Wochen allein im Südosten des US-Bundesstaats rund 3500 Rinder das Leben. In den Nachbarstaaten Kansas und Nebraska waren mehr als 60.000 Menschen nach den vergangenen Stürmen noch ohne Strom.

15.000 ohne Heim

In Bangladesch tötete eine Wochen lange Kältewelle fast 100 Menschen. Opfer seien meist ältere Menschen und Kinder, berichteten Behörden am Sonntag. Nach Ministeriumsangaben sind vor allem die nördlichen Regionen am Fuße des Himalaya betroffen. Dort seien Nachttemperaturen teilweise unter sechs Grad gemessen worden. Es sei der kälteste Winter seit Jahren, hieß es.

Im Südosten Brasiliens toben seit einer Woche schwere Unwetter. Bis Sonntag starben mindestens 31 Menschen. Wie die Behörden mitteilten, ist Rio de Janeiro mit 26 Todesopfern und mindestens 15.000 Obdachlosen der am schlimmsten betroffene Bundesstaat. Die meisten Opfer seien bei Überschwemmungen und Erdrutschen in ärmeren Bezirken ums Leben gekommen, hieß es.

Unter den Toten seien auch drei neun bis elf Jahre alte Kinder einer Familie, deren Haus am Donnerstag in der Stadt Nova Friburgo im Land Rio von Erd- und Geröllmassen begraben worden sei.

Keine Panik

Auch in Europa gab es Opfer: In den österreichischen und Schweizer Alpen sind seit Freitag bei Lawinenabgängen zwei Menschen getötet worden. In der Schweiz war ein 45 Jahre alter Skitourenfahrer am Samstag im Engadin auf über 2000 Meter Höhe von einem 30 Meter breiten Schneebrett erfasst und verschüttet worden. Vier deutsche Skitouristen überlebten am Wochenende in Österreich Lawinenabgänge und von ihnen selbst losgetretene Schneebretter nur mit viel Glück.

Für Deutschland sagten die Wetterforscher anstelle des von vielen weiterhin erhofften Winters Regen, Sturm und Frühlingstemperaturen voraus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warnte davor, angesichts neuer gesundheitlicher Gefahren durch den Klimawandel in Panik zu verfallen. Vielmehr müssten die Maßnahmen zur drastischen Senkung beim Ausstoß von Treibhausgasen verstärkt werden, um den Klimawandel und seine Folgen beherrschbar zu machen, sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag».

Malaria-Mücken in Bayern

Wenn der Winter so mild bleibt, droht nach Ansicht des Lübecker Medizinprofessors Werner Solbach eine Zeckenplage im Frühjahr, wie die «Lübecker Nachrichten» berichteten. Sorgen bereiten dem Mediziner zudem Bakterien namens Vibrio vulnificus, die sich im derzeit zu warmen Ostseewasser vermehren.

Nach Einschätzung des Direktors des Münchner Tropeninstituts, Thomas Löscher, könnten sogar Infektionen wie die Malaria in Deutschland heimisch werden, wie das Blatt ihn zitierte. Laut «Bild am Sonntag» wurden Anopheles-Mücken, die die Krankheit übertragen, bereits in Bayern und Nordrhein-Westfalen gefunden. (nz)

 
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