05. Jan 2007 11:15
Der Klimawandel verändert die Artengemeinschaft in verschiedenen Lebensräumen. Warum Fischbestände in der Nordsee zurückgehen, haben deutsche Forscher nun herausgefunden.
Vor allem in den flachen Randmeeren der Ozeane verändere die wärmebedingte Sauerstoffunterversorgung die Artenzusammensetzung, berichten Hans Pörtner und Rainer Knust in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science». Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich die Wassertemperatur auf Aalmuttern (Zoarces viviparus), eine Fischart aus Nord- und Ostsee, auswirkt. Anhand der Ergebnisse aus dem Labor und ökologischen Felddaten konnten sie nun erstmals nachweisen, dass die Veränderungen der Bestandsdichte direkt mit der wärmebedingten Sauerstofflimitierung zusammenhängt.Bisherige Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung und der Abnahme von Fischbeständen zeigen, beruhten lediglich auf statistischen Daten, teilte das Awi mit. Um zukünftige Veränderungen abschätzen zu können, sollte die Bedeutung der Wassertemperatur für die Organismen weiter erforscht werden.
Zwar seien die Fische der Nordsee jahreszeitlich großen Temperaturschwankungen ausgesetzt, heißt es in der Mitteilung. Optimales Wachstum der Bestände gebe es jedoch nur innerhalb eines begrenzten Toleranzfensters. Je höher die Temperatur des Wassers ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Dadurch steht den Fischen bei höheren Temperaturen weniger Sauerstoff zur Verfügung.Innerhalb der vergangenen 40 Jahre ist die Wassertemperatur in der Deutschen Bucht um 1,13 Grad gestiegen, wie Pörtner und Knust erklären. In den nächsten 100 Jahren sei mit einem weiteren Anstieg um bis zu drei Grad in der nördlichen und bis zu beinahe vier Grad in der südlichen Nordsee zu rechnen. (nz)