WWF warnt vor Aussterben von Vogelarten
Bereits jetzt beeinflussten veränderte Temperaturen das Verhalten und die Verbreitungsgebiete vieler Tiere, heißt es in dem Report, über den die Stiftung am Montag in Berlin vorab berichtete. Angaben zum Aussterben der Arten schwankten demnach in einem breiten Bereich von zwei bis 72 Prozent, je nach Region, Klimaszenario und den Möglichkeiten der Tiere, in einen anderen Lebensbereich auszuweichen.
Der Klimawandel beeinträchtige die Tiere indirekt, er lasse den Meeresspiegel steigen, verändere zum Beispiel die regelmäßigen Busch- und Waldbrände oder die Vegetation, geht aus der Studie «Vogelarten und Klimawandel» hervor. Eine Analyse von 65 Untersuchungen habe zudem gezeigt, dass viele Vögel in Folge der Erwärmung früher im Jahr in ihre Brutreviere zögen - im Durchschnitt flögen sie alle zehn Jahre 6,6 Tage früher los.
In der nördlichen Hudson Bay in Kanada habe der Klimawandel vermutlich dazu geführt, dass Moskitos in großer Zahl im Frühjahr eher als früher auftauchten. Die Insekten stressten die Vögel. Die Kombination aus größerer Wärme und mehr Schädlingen verursache nun vermehrte Eierverluste.
Viele Tier- und Pflanzenarten könnten selbst von moderaten Änderungen der Temperaturen überfordert sein, warnt der WWF weiter. Beim Gipfel in Nairobi verhandeln bis zum 17. November die 189 Mitgliedstaaten der «Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen» (UNFCC) über die Zukunft des Klimaschutzes. Unter anderem geht es um die Verlängerung des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der Treibhausgase über das Jahr 2012 hinaus. (nz/dpa)

