netzeitung.deWWF warnt vor Aussterben von Vogelarten

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Wiedehopf und Junges (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wiedehopf und Junges
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Klimawandel bedroht laut dem WFF zahlreiche Vogelarten. Viele Tiere könnten sich den veränderten Temperaturen nicht mehr anpassen.

Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) warnt vor einem Aussterben vieler Vogelarten durch den Klimawandel. Die Ergebnisse einer Analyse von mehr als 200 wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema sollen am morgigen Dienstag beim Weltklimagipfel in Nairobi vorgestellt werden.

Bereits jetzt beeinflussten veränderte Temperaturen das Verhalten und die Verbreitungsgebiete vieler Tiere, heißt es in dem Report, über den die Stiftung am Montag in Berlin vorab berichtete. Angaben zum Aussterben der Arten schwankten demnach in einem breiten Bereich von zwei bis 72 Prozent, je nach Region, Klimaszenario und den Möglichkeiten der Tiere, in einen anderen Lebensbereich auszuweichen.

Dem ersten Fall - einem Beispiel aus Mexiko - legen die Forscher eine geringe Erwärmung sowie eine große Anpassungsfähigkeit der Tiere zu Grunde. Im zweiten Fall kalkulieren sie die Folgen einer besonders starken Erwärmung in tropischen Feuchtgebieten Australiens: In diesem Szenario sind 49 bis 72 Prozent der Tiere gefährdet.

Der Klimawandel beeinträchtige die Tiere indirekt, er lasse den Meeresspiegel steigen, verändere zum Beispiel die regelmäßigen Busch- und Waldbrände oder die Vegetation, geht aus der Studie «Vogelarten und Klimawandel» hervor. Eine Analyse von 65 Untersuchungen habe zudem gezeigt, dass viele Vögel in Folge der Erwärmung früher im Jahr in ihre Brutreviere zögen - im Durchschnitt flögen sie alle zehn Jahre 6,6 Tage früher los.

In der nördlichen Hudson Bay in Kanada habe der Klimawandel vermutlich dazu geführt, dass Moskitos in großer Zahl im Frühjahr eher als früher auftauchten. Die Insekten stressten die Vögel. Die Kombination aus größerer Wärme und mehr Schädlingen verursache nun vermehrte Eierverluste.

Vögel finden keine Nahrung mehr
In anderen Fällen könnten Insekten ihren Schlupf vorverlegen - die Vögel kämen dann zu spät, um sie fressen zu können. In den Niederlanden seien daher einige Populationen des Trauerschnäppers in den vergangenen 20 Jahren um bis zu 90 geschrumpft, erklärte der WWF. Die Vogeleltern können demnach nicht mehr genügend Nahrung für den Nachwuchs herbeischaffen.

Viele Tier- und Pflanzenarten könnten selbst von moderaten Änderungen der Temperaturen überfordert sein, warnt der WWF weiter. Beim Gipfel in Nairobi verhandeln bis zum 17. November die 189 Mitgliedstaaten der «Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen» (UNFCC) über die Zukunft des Klimaschutzes. Unter anderem geht es um die Verlängerung des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der Treibhausgase über das Jahr 2012 hinaus. (nz/dpa)