14. Sep 2006 12:59
Nur wenige Wissenschaftler bezweifeln, dass der Mensch das Erdklima erwärmt. Nun wird ein weiteres ihrer Argumente entkräftet.
Wissenschaftler um Peter Foukal vom US-amerikanischen Unternehmen «Heliophysics» in Nahant, Massachusetts, haben Messungen der Sonnenhelligkeit seit 1978 ausgewertet. Die Helligkeit schwankt in einem Elf-Jahres-Zyklus mit dem Auftreten dunkler Sonnenflecken und heller Punkte, so genannter Fackeln, auf der Sonnenoberfläche. Je aktiver die Sonne ist, desto intensiver strahlt sie.Die Strahlungsenergie nimmt in dem Zyklus jedoch nur geringfügig ab oder zu, berichten die Wissenschaftler jetzt im Fachmagazin «Nature». Im Jahr 2000 registrierten Astronomen besonders viele Flecken. Die Sonne strahlte um 0,07 Prozent intensiver als in diesem Jahr, in dem Sonnenaktivitäten seltener auftreten.
«Diese kleinen Schwankungen reichen nicht, um das Klima wesentlich zu beeinflussen», sagt Henk Spruit vom Max-Planck-Institut für Astrophysik, der die Daten mit ausgewertet hat. Zudem gebe es keine Hinweise darauf, dass die Sonnenhelligkeit in den vergangenen 30 Jahren zugenommen habe.
Um Rückschlüsse auf die Zeit davor ziehen zu können, haben die Forscher Kohlenstoff- und Beryllium-Teilchen in bis zu 100.000 Jahre altem Eis aus Grönland und der Antarktis untersucht. Die Sonnenaktivität hat Einfluss darauf, in welchen Konzentrationen bestimmte Sorten dieser Teilchen vorkommen. Anhand dieser Daten konnten die Forscher rekonstruieren, wie viele Flecken und Fackeln es in den vergangenen Jahrhunderten gegeben hat.«Beobachtungen zeigen eine Erwärmung der Erdatmosphäre seit dem 17. Jahrhundert», sagt Spruit. Etwa zur gleichen Zeit habe auch die Anzahl der Sonnenflecken zugenommen. Ursache des globalen Klimawandels sei die verstärkte Sonnenaktivität dennoch nicht. «Um die Erderwärmung zu bewirken, hätte die Änderung der Sonneneinstrahlung drei- bis fünfmal stärker ausfallen müssen», sagt Spruit.