15.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bei hoher Luftfeuchtigkeit entstehen häufiger Kondensstreifen.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Abgase von Flugzeugen tragen zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei. Nun berichten Forscher, warum Nachtflüge im Winter besonders schädlich sind.
Die von Flugzeug-Kondensstreifen ausgehende Erwärmung der Atmosphäre ist in Winternächten am stärksten. Obwohl es im Winter allgemein weniger Flüge gebe, trügen diese überproportional zur Erderwärmung bei, berichten Nicola Stuber von der
University of Reading und Piers Forster von der
University of Leeds.
Die Forscher haben Daten von Flügen über Südostengland ausgewertet und Wetterballons zu Messungen steigen lassen. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins «Nature» berichten sie, dass die Flüge im Winter etwa 50 Prozent zum jährlichen Erwärmungseffekt beitragen. Sie machten aber nur 22 Prozent aller Flüge eines Jahres aus. Dies hänge mit der Entstehung der Kondensstreifen zusammen. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit bildeten sich die sichtbaren Abgasfahnen im Winter doppelt so häufig wie im Sommer.
Kondensstreifen haben zwei gegensätzliche Effekte: Sie nehmen von der Erde kommende Wärmestrahlung auf, die dann nicht mehr ins All entweichen kann und die Atmosphäre erwärmt. Tags reflektieren sie Sonnenstrahlen wieder ins All, sodass diese den Erdboden nicht erreichen. Insgesamt überwiegt jedoch der wärmende Effekt, da er tags und nachts auftritt, während der kühlende in der Nacht wegfällt.
Nachtflüge zwischen 18:00 und 06:00 Uhr würden insgesamt 60 bis 80 Prozent der durch Kondensstreifen hervorgerufenen Atmosphärenerwärmung verursachen. Nur etwa ein Viertel aller Flüge über Südostengland fänden aber in dieser Zeit statt. Zwar würden Kondensstreifen nur geringfügig zur globalen Erwärmung beitragen, sagen Stuber und Forster. Ihre Erkenntnisse sollten jedoch bei Überlegungen zur Reduzierung von Erwärmungseffekten durch die Luftfahrt berücksichtigt werden. (nz)