03.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Küste der Antarktis
Foto: Nasa-JSC-ES&IA
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bislang ging man davon aus, dass die Eisbedeckung nur in der Arktis abnimmt. Doch entgegen den Prognosen schmilzt auch am Südpol mehr Eis als neues gebildet wird.
Die Antarktis verliert jährlich etwa 152 Kubikkilometer Eis, ergaben Satellitenmessungen. Das Schmelzwasser von der größten Eisansammlung der Erde lässt den Meeresspiegel um etwa 0,4 Millimeter pro Jahr ansteigen. Forscher sehen in dem Eisverlust Anzeichen des Klimawandels in der Region.
Das internationale Forscher-Konsortium IPCC hatte 2001 prognostiziert, dass die Niederschläge in der Südpolarregion durch die globale Erwärmung zunehmen werden. Daher ging man bislang davon aus, dass auch die im Durchschnitt zwei Kilometer starke Eisdecke auf dem antarktischen Festland wachsen würde. Nun haben Forscher anhand von Satellitendaten jedoch das Gegenteil belegt.
Isabella Velicogna und John Wahr von der US-amerikanischen University of Colorado in Boulder haben Messungen der «Grace»-Satelliten aus den Jahren 2002 bis 2005 ausgewertet. Die deutsch-amerikanischen Satelliten messen Schwankungen im Schwerefeld der Erde, die durch unterschiedliche Masseverteilungen zustande kommen.
«Dies ist die erste Studie, die darauf hinweist, dass die antarktische Eisdecke abnimmt», wird Velicogna in einer Mitteilung der Universität zitiert. In der Online-Ausgabe des Magazins «Science» berichtet das Zweierteam, dass der Eisverlust die Westantarktis deutlich stärker betrifft als die Ostantarktis.
Die Fläche der östlichen Eisdecke ist etwa achtmal größer als die der westlichen. Doch allein das Abschmelzen des Westteils würde den Meeresspiegel nach einer Schätzung des British Antarctic Survey um mehr als sechs Meter ansteigen lassen. Insgesamt enthält die antarktische Eisdecke 90 Prozent des Eises auf der Erde und rund 70 Prozent des gesamten Süßwassers. (nz)