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Eiskappe des Kilimandscharo schwindet

14. Feb 2006 14:04
Die Eiskappe des Kilimandscharo
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Bis zum Jahr 2000 sind vier Fünftel des Gletschers auf dem Kilimandscharo geschmolzen. Das verbliebene Eis könnte schneller schwinden als bislang angenommen.

Das Abschmelzen der Eiskappe des Kilimandscharos in Tansania gefährdet den Tourismus und die Wasserversorgung in der Region. Wie Forscher nun bestätigen, könnte das Gletschereis in der Gipfelregion des Berges bis zum Jahr 2015 völlig verschwunden sein.

Mehr in der Netzeitung:
Lonnie Thompson von der US-amerikanischen Ohio State University (Osu) hatte bereits vor fünf Jahren berichtet, dass das Kilimandscharo-Eis aufgrund der globalen Erwärmung zwischen 2015 und 2020 völlig abgetaut sein werde. Nach einer erneuten Expedition in die Gipfelregion des tansanischen Berges vermutet der Forscher nun, dass sich das Schmelzen beschleunigt. Dies müssten die gesammelten Daten jedoch noch bestätigen.

«Die Veränderung ist so dramatisch, dass wir sie vor Ort und auf Landschaftsaufnahmen mit dem Gipfel sehen können,» wird Thompson in einer Osu-Mitteilung zitiert. Der Rand des etwa fünfzig Meter starken nördlichen Eisfeldes in der Gipfelregion sei an drei Stellen um rund fünf Meter zurückgewichen. Seine Dicke habe um zwei Meter abgenommen und an einer Stelle gebe es ein Loch bis auf den Felsuntergrund, fanden die Wissenschaftler. «Seit dem Jahr 2000 hat sich auf keinem der Felder neues Eis gebildet», sagt Thompson.

Der Verlust der Eiskappe könnte dem Tourismus in der Region schaden, vermuten die Forscher. Der bereits vom Schriftsteller Ernest Hemingway beschriebene «Schnee auf dem Kilimandscharo» sei eine Attraktion, die es bald nicht mehr geben könnte.

Mehr im Internet:
Unklar ist noch, wie viel die Eiskappe zur Wasserversorgung in dem Gebiet beiträgt. Die am Fuße des Berges lebende Bevölkerung ist auf Bäche angewiesen, die mit Schmelzwasser vom Gletscher und Niederschlag auf die Hänge des Berges gespeist werden. Wenn die Gletscher den größeren Teil lieferten, könnte ihr völliges Abschmelzen eine Katastrophe für die Landwirtschaft in der Region sein, heißt es in der Mitteilung. (nz)
 
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