netzeitung.deWälder nehmen nicht mehr Kohlendioxid auf

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Probennahme mithilfe eines Krans (Foto: Science<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Probennahme mithilfe eines Krans
Foto: Science
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid könnte das Pflanzenwachstum fördern. Schweizer Forscher haben den Düngeeffekt gemessen.

Bäume wachsen nicht schneller, wenn sie einer erhöhten Konzentration von Kohlendioxid (CO2) ausgesetzt sind. Dies ergab ein Langzeitversuch, den Pflanzenökologen der Universität Basel mit Hilfe eines 45 Meter hohen Krans durchführten.
Luft, Wasser und Licht
Pflanzen wachsen mithilfe des Sonnenlichts. Sie nutzen die Strahlungsenergie, um aus Wasser und CO2 Zuckermoleküle herzustellen, aus denen etwa Holzfasern bestehen. Häufig wirkt das CO2 als begrenzender Faktor für diesen Photosynthese genannten Prozess. Das Gas ist in der Atmosphäre nur in einer Konzentration unter 0,4 Promille vorhanden.

Durch die Entwaldung der Erde und die Nutzung fossiler Brennstoffe ist die CO2-Konzentration im vergangenen halben Jahrhundert jedoch gestiegen. Bis zum Jahr 2050 rechnen Klimaforscher mit einem weiteren deutlichen Anstieg. Auf das Pflanzenwachstum könnte sich das positiv auswirken. Versuche in Gewächshäusern haben gezeigt, dass Pflanzen in einer CO2-reichen Atmosphäre schneller wachsen.

In dem Schweizer Freiland-Experiment konnte dies jedoch nicht bestätigt werden, teilte die yUniversität Basel mit. Die Forscher versetzten einen naturnahen Waldbestand rund 35 Meter hoher, fast hundertjähriger Bäume in die CO2-reiche Zukunft. Die Baumkronen wurden dazu mit Kohlendioxid begast.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins Science berichten, konnten sie nach vier Jahren künstlicher CO2-Erhöhung kein zusätzliches Wachstum messen. Die Bäume nahmen zwar deutlich mehr Kohlendioxid auf, nutzten es aber nicht zum Wachsen, sondern schieden es über die Atmung von Wurzeln und Boden-Mikroorganismen rasch wieder aus.

Die Forscher gehen davon aus, dass der CO2-Bedarf erwachsener Bäume in natürlicher Umgebung bereits gedeckt ist. Nach ihrem vorläufigen Ergebnis kurbelt die Freisetzung von CO2 durch den Menschen das Waldwachstum nicht an. «Es braucht zum Leben eben mehr als nur Kohlenstoff», sagt der Projektleiter Christian Körner. Die Voraussagen auf der Basis von Experimenten mit jungen Pflanzen, die auf Plantagen oder im Gewächshaus unter optimalen Bedingungen wuchsen waren nach seiner Einschätzung irreführend. (nz)

Für das Web ediert von Patrick Eickemeier