Studie: Countdown zur Klima-Katastrophe läuft
25.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
In zehn Jahre könnte die Klimaerwärmung unumkehrbar sein. Die weltweiten Folgen wären katastrophal, warnen Experten in einer internationalen Studie.
In nur zehn Jahren könnte einer internationalen Studie zufolge die Klimaerwärmung unumkehrbar sein. Die Folgen wären lange Dürreperioden, Missernten und ein Anstieg des Meeresspiegels, warnen die Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Um die Katastrophe abzuwenden, sei es zwingend notwendig dafür zu sorgen, dass die Temperaturen nicht um mehr als zwei Grad über den vorindustriellen Wert steigen, heißt es in dem Bericht «Meeting the Climate Challenge».
Kohlendioxid-Konzentration steigt jährlichEs ist das erste Mal, dass in einer Studie ein Grenzwert genannt werde, an dem es kein zurück mehr gibt, schreibt die britische Zeitung «The Independent», die am Montag vorab über die Studie berichtet hatte. Die Kohlendioxid-Kozentration, bei der die Temperaturen auf zwei Grad über den vorindustriellen Wert ansteigen würden, sei vermutlich bereits in gut zehn Jahren erreicht.
Der kritische Wert läge bei einer Kohlendioxid-Konzentration von 400 ppm (parts per Million/ Teile pro Millionen Teile). Derzeit läge der Wert bei 380 ppm, er steige jährlich um mehr als 2 ppm an. Jenseits der zwei Grad-Grenze stiegen die Gefahren für die Menschen und die Ökosysteme deutlich an, heißt es in dem Bericht. Missernten in der Landwirtschaft, Wasserknappheit für eine zunehmende Zahl von Menschen und weitreichende gesundheitliche Auswirkungen seien die Folgen.
Erneuerbare Energien fördernIn dem Bericht rufen die Verfasser die Regierungen aller Länder deswegen dazu auf, sich darauf zu einigen, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Die G8-Staaten die acht größten Industrienationen und andere führende Industrieländer sollten eine «G8+Klimagruppe» bilden, die G8-Staaten zudem bis 2025 mindestens ein Viertel ihres Elektrizitätsbedarfs aus regenerativen Quellen decken.
Fördermittel für fossile Energie sollten langfristig auslaufen, Investitionen stattdessen in erneuerbare Energien und Energie effiziente Technologien fließen.
Die Initiatoren des Berichts sind das britische «Institute for Public Policy Research», das «Center for American Progress» und das «Australia Institute». (nz)