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Klimawandel bedroht Artenvielfalt

08. Jan 2004 13:20
Protea, die Nationalpflanze Südafrikas, ist durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht.
Die globale Erwärmung gefährdet Pflanzen- und Tierarten. Jede vierte Spezies könnte nach einer aktuellen Studie bis zum Jahr 2050 aussterben.

Artensterben durch Treibhauseffekt: In der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts könnte ein großer Teil der Artenvielfalt der Erde aufgrund des fortschreitenden Klimawandels verloren gehen. Das prognostizieren Forscher und fordern den Ausbau von Technologien, mit denen der Ausstoß von Treibhausgasen begrenzt werden kann.

Schwindender Lebensraum

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Das internationale Team um Chris Thomas von der britischen University of Leeds hat sechs besonders artenreiche Gebiete untersucht. Wie die Biologen in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, werden im Jahr 2050 wahrscheinlich 24 Prozent von 1103 dort heimischen Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht sein. Einigen Arten werde es unmöglich sein in klimatisch besser geeignete Gebiete zu wandern. Anderen wird nach der Prognose kein geeigneter Lebensraum verbleiben.

Die sechs Untersuchungsgebiete repräsentierten etwa zwanzig Prozent der Landlebensräume der Erde, schreiben die Forscher. Ihre Berechnungen des Aussterbe-Risikos beruhten auf einer mittleren Schätzung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Sollte sich das Klima stärker erwärmen, könnten bis zu 35 Prozent gefährdet sein. Gelänge es durch die Begrenzung des Treibhausgas-Ausstoßes die globale Erwärmung auf ein Minimum zu reduzieren, könnten dagegen zwischen 15 und 20 Prozent dieser Arten vor dem Aussterben bewahrt werden.

Doppelte Schutzstrategie

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«Die Kombination des zunehmenden Lebensraumverlustes, der größten Bedrohung für Arten, und des Klimawandels wird verheerende Auswirkungen auf die Fähigkeit der Arten haben, sich zu bewegen und zu überleben», sagt Koautor Lee Hannah. Übertragen auf das globale Niveau könnte der Klimawandel mehr als eine Millionen Arten an den Rand des Aussterbens bringen.

In der Kapregion Afrikas etwa, einem besonders Pflanzenarten-reichen Gebiet, wären dreißig bis vierzig Prozent der so genannten Proteaceae gefährdet. Zu den bis 2050 wahrscheinlich ausgestorbenen Arten dieser Familie zählt auch die Nationalpflanze Südafrikas Protea cynaroides.

Die Biologen fordern, der Klima-Bedrohung auf zwei Wegen zu begegnen: Zum einen müsse der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch eingeschränkt werden. «Zum anderen müssen wir Schutzstrategien entwickeln, die anerkennen, dass der Klimawandel gesamte Ökosysteme betreffen wird», sagt Hannah.

 
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