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Globale Erwärmung verändert die Ökosysteme

02. Jan 2003 14:45
Grasmücke bei der Aufzucht.
Mehr als 140 wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Tiere und Pflanzen haben Forscher ausgewertet. Ihr Fazit: Schon heute ist der Einfluss der Klimaveränderung deutlich zu spüren.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Tier- und Pflanzenwelt sind bereits weltweit nachweisbar. In einer im Wissenschaftsmagazin «Nature» veröffentlichten Studie ziehen amerikanische und britische Forscher die Bilanz aus über 140 wissenschaftlichen Untersuchungen zur Auswirkung der Klimaveränderungen auf Pflanzen und Tiere. Demnach lassen sich bereits jetzt klimabedingte Veränderungen etwa beim Brutverhalten oder bei den Wanderungen von Vögeln nachweisen. Für die Zukunft rechnen die Forscher mit dramatischen Entwicklungen.

Auffällige Veränderungen

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Die Forscher um Terry Root von der kalifornischen Stanford University werteten 143 wissenschaftliche Studien zu insgesamt 1473 Tier- und Pflanzenarten aus. Bei knapp 1200 dieser Arten zeigten sich Verhaltensänderungen, die nach Einschätzung der Wissenschaftler auf die globale Erwärmung zurückzuführen sind. Insbesondere bei Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Frühlingsbeginn beobachteten die Forscher auffällige Veränderungen.

«Vögel legen ihre Eier früher, die Pflanzenblüte setzt eher ein, auch der Winterschlaf von Säugetieren endet früher», erläutert Root die Ergebnisse der Untersuchung. Nach Berechnungen der Forscher verschiebt sich derzeit der Beginn der Frühlingsaktivitäten durchschnittlich um 5,1 Tage pro zehn Jahre nach vorn.

Vorbote künftiger Entwicklungen

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Die Klimaveränderungen wirken sich auch auf die Verbreitungsgebiete der verschiedenen Arten aus. Mit steigenden Temperaturen verschieben sich diese in nördliche Klimazonen – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die angestammten Ökosysteme. Root erläutert dies am Beispiel der Grasmücken (Sylviidae).

Einige Arten dieses in Nordamerika und Mitteleuropa heimischen Vogels ernähren sich von den Raupen des Tannentriebwicklers (Choristoneura fumiferana). «Doch der Lebensraum der Vögel verschiebt sich nordwärts», so Root. «Was wird passieren, wenn die Tiere in den südlichen Gebieten nicht mehr vorhanden sind und die Raupen nicht mehr länger in Schach halten?» Da verschiedene Spezies unterschiedlich auf die Temperaturentwicklung reagieren, könnte das ökologische Gleichgewicht in einzelnen Regionen derart beschädigt werden, dass Arten aussterben.

Die jetzt bereits beobachtbaren Veränderungen sind nach Einschätzung der Wissenschaftler nur Vorboten künftiger, wesentlich massiverer Entwicklungen. «Wenn solche ökologischen Veränderungen schon jetzt nachweisbar sind – nach einem geschätzten Anstieg der Durchschnittstemperatur um nur 0,6 Grad Celsius in den letzten hundert Jahren –, so müssen wir mit sehr viel weitreichenderen Veränderungen bis zum Jahr 2100 rechnen, da sich dann die Durchschnittstemperatur um bis zu 6 Grad Celsius erhöht haben könnte», so Root. (nz)

 
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