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Kosmische Strahlung mit Einfluss auf das Erdklima

22. Okt 2002 07:02
Das Magnetfeld der Sonne hält einen Teil der kosmischen Strahlung vom Sonnensystem ab.
Dass es einen Klimawandel gibt, wird nur noch von wenigen bestritten. Max-Planck-Forscher haben jetzt allerdings einen Klima-Faktor nachgewiesen, auf den Menschen absolut keinen Einfluss haben.

Das Erdklima hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erwärmt. Allerdings streiten sich Wissenschaftler nach wie vor darüber, ob der Mensch und seine Aktivitäten für den Klimawandel verantwortlich sind – oder möglicherweise auch Faktoren, auf die die Erdbevölkerung nicht den geringsten Einfluss hat.

Ionen durch Strahlung

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Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg konnten jetzt einen speziellen solchen Einfluss nachweisen: kosmische Strahlung.

Sie fanden geladene Teilchen in unteren Atmosphärenschichten. Diese werden wahrscheinlich durch kosmische Strahlen in diesen Zustand versetzt, der sie zu einem möglichen Kristallisationspunkt für Wolkenbildung macht. Für ihre Untersuchungen nutzten die Physiker ein Massenspektrometer, das an einem Flugzeug angebracht war.

Wolken gelten als wichtiger Klimafaktor. Sie können einerseits Sonnenstrahlung reflektieren oder absorbieren und dann wieder in Richtung Weltraum abgeben – was einen kühlenden Effekt zur Folge hätte. Andererseits können sie von der Erde abgestrahlte Wärme isolieren – mit aufheizendem Effekt. Welche dieser Wirkungen überwiegt, hängt unter anderem davon ab, in welcher Höhe sich die Wolken bilden, welche Temperatur sie selbst haben und wie dicht sie sind.

Sonnen-Aktivität

Mehr im Internet:
Einige Wissenschaftler hatten schon in der Vergangenheit postuliert, dass der Klimawandel auf der Erde zum großen Teil auf Veränderungen in der Sonnenaktivität zurückzuführen sei. Die Sonne hält mit ihrem Magnetfeld und dem von ihr ausgesandten Sonnenwind einen großen Teil der kosmischen Strahlung von unserem Sonnensystem fern. Veränderungen der Sonnenaktivität führen jedoch dazu, dass die Menge jener hochenergetischen Teilchen, die die Erde trotzdem erreichen, ebenfalls schwanken kann.

Die kosmischen Strahlen könnten also als Wolkenmacher wirken. In den vergangenen Jahren haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Wolkenbedeckung über vielen Gebieten der Erde zuzunehmen scheint.

Ein Grund dafür könnten allerdings auch vom Menschen verursachte Faktoren sein. Beispielsweise gelten so genannte Aerosole, winzige Schwebepartikel wie etwa Ruß, gelten als Kristallisationskeime für Wolken. Eine Erwärmung der unteren Erdatmosphäre durch Treibhausgase wie Kohlendioxid würde auch dazu führen, dass weltweit mehr Wasser verdunstet. Dieses stünde auch für die Wolkenbildung in der Erdatmosphäre zur Verfügung - an von Menschen verursachten Aerosolen oder den durch die Heidelberger Forscher entdeckten Ionen.

Die Heidelberger Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse jetzt in den «Geophysical Research Letters». (nz)

 
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