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Klimawandel bedroht antarktische Vögel

01. Sep 2002 07:53
Adeliepinguine kommen an der Küste der gesamten Antarktis vor.
Wenig Eis, wenig Vögel: So könnte das Ergebnis einer Studie an Antarktis-Vögeln zusammengefasst werden. Doch die Zusammenhänge scheinen weit komplexer zu sein.

Bilderschau:
Die Bestände dreier antarktischer Vogelarten, die in Langzeitstudien untersucht wurden, sind rückläufig. Das Verschwinden der Vögel hängt mit Klimaveränderungen zusammen, sagen britische Forscher. Unklar ist jedoch, wie der Mensch die antarktische Vogelwelt zusätzlich beeinflusst.

Kaiser auf dem Rückzug

Mehr im Internet:
Drei Forscher vom British Antarctic Survey in Cambridge, einem dem Natural Environment Research Council angeschlossenen Institut, haben die heute verfügbaren Daten über drei Vogelarten der Antarktis ausgewertet. Wie John Croxall, Phil Trathan und Eugene Murphy jetzt in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science» berichten, nehmen die Bestände von Adeliepinguinen (Pygoscelis adelie), Kaiserpinguinen (Aptenodytes forsteri) und Schneesturmvögeln (Pagodroma nivea) ab.

Kaiserpinguine
Alle drei Arten leben in den hochpolaren Gebieten der Antarktis. Offenbar hat das Eis im Südpolarmeer starken Einfluss auf ihre Bestandsentwicklung. Die Forscher stellten fest, dass eine starke Eisbildung die Bestände aller drei Arten wachsen lässt. Die Erwärmung des globalen Klimas schadet den Vögeln also indirekt.

Allerdings könne sich die Eisbildung in verschiedenen Regionen unterschiedlich auswirken. Auch die Jungen der Vögel reagierten zum Teil anders als die Altvögel. So hat eine großräumige Eisbildung im Winter einen positiven Einfluss auf die alten Adeliepinguine. Viel Eis im Sommer erhöht dagegen die Kükensterblichkeit bei dieser Art. Insgesamt, so teilten die Forscher am vergangenen Freitag mit, habe sich ein so komplexes Bild ergeben, dass es schwierig sei, genaue Schlüsse zu ziehen.

Zukunft ungewiss

Mehr in der Netzeitung:
Eines stehe indessen fest: Die Erschließung und Ausbeutung der Antarktis durch den Menschen habe das Ökosystem stark verändert. «In den letzten zwei Jahrhunderten hat der Mensch mit der Jagd antarktische Robben praktisch ausgerottet, Pinguine vielerorts dezimiert und die Bestände der großen Walarten und mehrerer Fischarten zusammenbrechen lassen», sagt John Croxall.

Die jetzt untersuchten Vögel und auch der Krill – die freischwimmenden Krebse sind Beutetiere aller drei Arten – wurden nicht in großem Umfang durch die Bejagung dezimiert. Daher seien sie ein guter Maßstab für die indirekten Auswirkungen der menschlichen Eingriffe. Voraussagen über ihre weitere Entwicklung könnten anhand der bisher gewonnen Daten nicht getroffen werden. Die Forscher vermuten aber, dass die Erwärmung und die direkten Eingriffe des Menschen in Kombination wirken könnten: Anstatt langsamer, gradueller Veränderungen könnten sich plötzliche, tiefgreifende Verschiebungen im antarktischen Ökosystem ergeben.

Stark von der Eisbildung abhängig: Schneesturmvogel

 
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