Weitgehend friedliche Klima-Demo in Kopenhagen: 

netzeitung.de«Wandelt die Politik - nicht das Klima!»

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Demonstration für ein umfassendes Klimaschutz-Abkommen in Kopenhagen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstration für ein umfassendes Klimaschutz-Abkommen in Kopenhagen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit Forderungen nach einem weitgehenden Abkommen beim UN-Klimagipfel sind am Samstag Zehntausende durch Kopenhagen gezogen. Ziel ist der sechs Kilometer entfernte Tagungsort vor den Toren der dänischen Hauptstadt.

«Genug über das Klima geredet - jetzt müssen Taten folgen!» Mit dieser Forderung haben Zehntausende Menschen aus aller Welt am Samstag in Kopenhagen zur Halbzeit des Weltklimagipfels für ein weitgehendes Abkommen und schnelle Klimahilfe für arme Länder demonstriert. Bei strahlendem Sonnenschein und winterlicher Kälte verbreitete sich Volksfeststimmung mit gleichzeitig sehr ernsten Tönen von der Rednerbühne.

«Wie lange wollen die Staatsführer noch zulassen, dass Menschen bei uns durch den Klimawandel sterben?» rief zornig die Sängerin Angelique Kidjou aus dem westafrikanischen Benin von der Rednerbühne. «Wir haben als Menschheit der Natur auf unserem Planeten eine zu große Last aufgebürdet. Jetzt müssen wir gemeinsam sehr schnell Verantwortung übernehmen», sagte als international bekannteste Kundgebungsrednerin die Dänin Helena Christensen.

Das jetzt als Fotografin tätige Ex-Supermodel verlangte von US-Präsident Barack Obama weiterreichende Zusagen für den Klimaschutz, wenn er Ende nächster Woche persönlich in Kopenhagen mit Vertretern der anderen 191 Staaten ein neues Klima-Abkommen aushandelt: «Die USA müssen einsehen, dass sie mit ihrer Macht enormen Einfluss darauf haben, was im Klimaschutz passieren kann.»

«Natur schließt keine Kompromisse»
Während die Polizei die Zahl der Demonstranten am frühen Samstagnachmittag auf 25.000 schätzte, sprachen die Veranstalter von 100.000 Teilnehmern. Auf Schildern forderten die Demonstranten ein entschiedenes Vorgehen gegen den Klimawandel: «Wandelt die Politik - nicht das Klima!», war zu lesen. Auf einem Transparent stand: «Die Natur schließt keine Kompromisse.»

Bis zum Abend soll der Demonstrationszug das Konferenzzentrum «Bella Center» erreichen, in dem seit Montag der Weltklimagipfel über ein neues globales Klimaschutzabkommen berät. Dort wollen die Demonstranten UN-Klimachef Yvo de Boer ihre Forderungen übergeben. Wegen befürchteter Ausschreitungen sind rund 6500 Polizisten in Kopenhagen im Einsatz. Zunächst blieb die Demonstration jedoch weitgehend friedlich.

19 Menschen wurden wegen kleinerer Vergehen vorläufig festgenommen. Nach Behördenangaben wurden elf Demonstranten «vorbeugend» wegen Verdachts geplanter krimineller Handlungen und je vier wegen Waffenbesitzes oder Drogenvergehen festgenommen. Am Vortag hatte es aus ähnlichen Gründen 75 Festnahmen gegeben. 13 Betroffene kamen aus Deutschland.

Weltweit wollen Menschen in mehr als 130 Ländern bei 3000 angekündigten Veranstaltungen für ein weitgehendes Klimaabkommen demonstrieren. Unter dem Demonstrations-Motto «Der Planet zuerst – Menschen zuerst» sind in Kopenhagen unter anderem die irische Ex-Präsidentin Mary Robinson und Klimaaktivisten aus zahlreichen Ländern als Redner vorgesehen. (epd/dpa/nz)