07.12.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Ein großer Globus steht in der Innenstadt von Kopenhagen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ab diesem Montag verhandeln Regierungsvertreter aus 192 Staaten zwölf Tage lang in der dänischen Hauptstadt über ein Abkommen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Konfrontiert sind sie mit allerlei Forderungen.
Nach zweijährigen Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen eröffnen rund 15.000 Teilnehmer aus 192 Staaten am heutigen Montag die Abschlusskonferenz in Kopenhagen. Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte am Vorabend, Industriestaaten und Schwellenländern müssten noch weiterreichende Verpflichtungen eingehen als bisher, um die globale Erwärmung zu bremsen.
«Die Zeit ist gekommen», sagte de Boer. «In den nächsten zwei Wochen müssen die Regierungen etwas bieten.» Das sind zum einen Verpflichtungen zur Eindämmung der eigenen Treibhausgase, zum anderen Finanzhilfen für Klimaschutzmaßnahmen in den armen Ländern.
Erklärtes Ziel ist ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll mit einer Verpflichtung aller Staaten, den Ausstoß der schädlichen Kohlendioxid-Emissionen zu verringern und damit die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Hoffnung machte am Sonntag die Ankündigung von Südafrika, seine CO2-Emissionen in den nächsten zehn Jahren um 34 Prozent zu reduzieren. «Das macht Südafrika zu einem der Stars bei den Verhandlungen», erklärte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Unep kritisiert magere Hilfen für EntwicklungsländerMehr als 100 Staats- und Regierungschefs haben angekündigt, während der letzten beiden Konferenztage nach Kopenhagen zu kommen. Entgegen der ursprünglichen Planung hat auch US-Präsident Barack Obama diese Absicht bekanntgegeben damit weckte er neue Hoffungen auf einen Durchbruch. Einige der Delegationen trafen mit dem Zug in Kopenhagen ein, um selbst ein Zeichen zu setzen.
Der Leiter des UN-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, sagte, die bislang geplanten Hilfen der Industriestaaten für die Entwicklungsländer seien unzureichend. «Der derzeit diskutierte Sofortfonds in Höhe von zehn Milliarden Euro bewegt sich unterhalb des Minimums dessen, was für konsequente Klimapolitik tatsächlich notwendig wäre», sagte Steiner der «Neuen Osnabrücker Zeitung».
Töpfer: 30-Prozent-Ziel ohne BedingungenZu den Erfolgschancen der Konferenz sagte Steiner: «In Kopenhagen ist ein Deal noch immer möglich.» Steiners Vorgänger Klaus Töpfer forderte die EU-Staaten zu einer Verschärfung ihrer Klimaschutzziele auf. Sie sollten eine Reduktion der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2020 nicht länger mit Bedingungen verknüpfen, sagte Töpfer der «Frankfurter Rundschau». Die Europäische Union hat eine Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 20 Prozent beschlossen, gemessen am Basisjahr 1990, und will bislang nur dann auf 30 Prozent erhöhen, wenn andere Industrieländer mitziehen.
Das Ringen um eine Begrenzung der globalen Erderwärmung gilt als Jahrhundertaufgabe. Hunderte Millionen Menschen wären betroffen, und Städte wie Venedig oder ganze Inselstaaten wie die Malediven drohen in den Fluten zu versinken. Ob ein Klimaabkommen die globale Erwärmung wirklich stoppen kann, ist allerdings fraglich. Auch mit den aktuellen Klimaschutzzielen der einzelnen Länder steuert die Welt nach Angaben von Experten auf eine katastrophale Erwärmung um 3,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu. (dpa/AP)