19.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Mobiles Klo: X-Runner
Foto: Betterplace
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mehrere tausend Menschen sterben täglich an den Folgen von Durchfallerkrankungen. Ein großer Teil davon durch mit Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser. Mit einer mobilen Mini-Toilette kann man das Problem mindern und dazu noch Biogas gewinnen.
Mit robusten mobilen Mini-Klos wollen Berliner Industriedesigner dem Sanitärnotstand in Entwicklungsländern abhelfen. «Es handelt sich um eine kleine Hocktoilette, die keinen Kanalanschluss braucht und deren Sammelbehälter alle paar Tage in eine lokale Biogasanlage entleert wird», berichtet Mitinitiator Daniel Khazarian.
Das besondere an dem neuen Toilettensystem «X-Runner» ist, das sie die nebenbei Energie produziert. Die Fäkalien werden in eine lokale Anlage entleert und zu Dünger und Biogas verarbeitet. Das Pilotprojekt in Indien umfasse 200 bis 300 Toiletten und eine Biogasanlage, so Khazarian zum Welt-Toilettentag am Donnerstag.
Der Sammeltank lässt sich durch einen Siphon geruchsdicht verschließen und eine spezielle Beschichtung mit Nanopartikeln sorgt dafür, dass nur wenig Wasser für die Reinigung benötigt wird. In der Nähe der Biogasanlage im indischen Varanasi sollen zusätzlich öffentliche Toiletten angesiedelt werden. Dann könne man sogar Dünger verkaufen, hoffen die Initiatoren. Ziel sei ein Modell, das «sich vor Ort wirtschaftlich trägt und nicht mehr von Spenden abhängig ist».
5000 Tote täglichRund 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt müssen ohne Toiletten auskommen - oft mit dramatischen Folgen für ihre Gesundheit, denn die Fäkalien gelangen in Bäche und Flüsse, aus denen wiederum Trinkwasser geschöpft wird. 5000 Menschen sterben laut Unicef täglich an Durchfallerkrankungen, das sind in den armen Ländern der Welt allein fünf Mal so viele Kinder wie durch die Immunschwächekrankheit Aids. (dpa/nz)