22.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Klimawandel in der Antarktis
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Jahreszyklus gerät aus der Bahn und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter verringern sich. Auch das Klima in der Antarktis verändert sich - anders als bisher angenommen.
Frühling und Herbst beginnen immer früher. Der gesamte Jahreszyklus habe sich in den vergangen 50 Jahren um 1,7 Tage nach vorne verschoben, berichten Forscher um Alexander Stine von der Universität Kalifornien in Berkeley im britischen Fachjournal «Nature». Für die Verschiebung der Jahreszeiten machen die Forscher die Erderwärmung verantwortlich. Insgesamt fallen die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter zudem zusehends schwächer aus.
Die Wissenschaftler verglichen mit neuen Methoden jahreszeitliche Wettertrends der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Während die Ergebnisse für die Landmassen eindeutig erscheinen, ergab sich für das Meeresklima kein so klares Bild. Den Forschern zufolge lässt sich die saisonale Verschiebung nicht durch natürliche jahreszeitliche Temperaturschwankungen erklären.
Unerwarteter Klimawechsel in der AntarktisAuch in der Antarktis verändert sich das Klima, sie wird entgegen bisheriger Annahmen insgesamt wärmer. Die meisten Klimaforscher gingen davon aus, dass die kleine westantarktische Halbinsel (s.o., roter Bereich des Fotos) zwar wärmer wird, sich der weitaus größere Rest der Antarktis aber abkühlt.
Eine neue Analyse zeigt, dass sich der Kontinent insgesamt in den vergangenen 50 Jahren erwärmt hat, die Westantarktis sogar ähnlich stark wie der Rest des Erdballs. Die Herbsttemperatur in der Ostantarktis sinke zwar, über das gesamte Jahr betrachtet zeige sich jedoch auch dort ein Trend zu steigenden Temperaturen, schreiben US-Forscher im britischen Fachjournal «Nature» vom Donnerstag.
Die Durchschnittstemperatur der Westantarktis hat sich im Schnitt um 0,12 Grad Celsius pro Jahrzehnt erhöht, wie die Gruppe um Hauptautor Eric Steig von der Universität Washington in Seattle errechnet hat. Die Forscher hatten die Daten von Wetterstationen mit Infrarot-Satellitenmessungen kombiniert und mit Hilfe statistischer Methoden die Temperaturentwicklung von 1957 bis 2006 bestimmt. Demnach erwärmt sich eine wesentlich größere Fläche der Antarktis als die westantarktische Halbinsel. (nz/dpa)