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Folgen des Klimawandels: 

Der November wird zum August

11. Nov 2008 13:53
Warme Herbsttage sind was für Genießer - und Anzeichen eines tiefgreifenden Wandels
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Die Erderwärmung zeigt auch in Deutschland immer deutlicher ihre Wirkung. Die Nacht zu Dienstag war die wärmste an einem 11. November. Ein Forschungszentrum sagt einen immer späteren Beginn des Herbstes voraus.

Mit Temperaturen von bis zu 15 Grad ist die Nacht zum Dienstag die wärmste zu einem 11. November seit Beginn der Wetter- Aufzeichnungen gewesen. «In einigen Regionen war es sogar die wärmste Novembernacht, und das will etwas heißen», sagte Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Schließlich seien milde Temperaturen zu Novemberbeginn nicht ungewöhnlich.

Im Norden und in der Mitte Deutschlands sei die Nacht zum Dienstag eindeutig aus dem Rahmen gefallen: «Nachttemperaturen zwischen 10 und 15 Grad gehören eher in den Frühling oder Spätsommer», sagte die Meteorologin. Am wärmsten war es nach ihren Worten in Nienburg an der Weser mit 15,0 Grad. Der bisherige Novemberrekord für Nienburg war 1968 mit 13,7 Grad gemessen worden. Auch in Bückeburg westlich von Hannover wurde mit 14,8 Grad der bisherige Rekord übertroffen (2005: 13,3 Grad).

Für diese milden Temperaturen sorgte der kräftig Südwestwind, der verbreitet mit Windstärke 8 blies. Auf dem Brocken wurde laut Wetterdienst sogar Windstärke 12 gemessen.

Die Verschiebung einer Jahreszeit

Damit fügt sich diese Nacht gut in die von Wissenschaftlern skizzierte Entwicklung des Klimas in Deutschland ein. Der Herbst könnte wegen des Klimawandels künftig deutlich später in den Norden Deutschlands kommen. Nach Auswertung verschiedener regionaler Klimaberechnungen ist es plausibel, dass sich bis zum Ende des Jahrhunderts der Herbst in Norddeutschland um zwei bis drei Wochen verschiebt, teilte Insa Meinke vom Forschungszentrum Geesthacht (GKSS) mit. Der erste kühle Herbsttag mit Temperaturen unterhalb von fünf Grad könnte zwischen 14 und 24 Tage später als heute auftreten.

Gesundheitliche Gefährdung

«In etwa 50 Jahren kann der September in der Metropolenregion Hamburg sowie an Nord- und Ostsee im Mittel genauso warm werden wie heute der August», sagte Meinke, die das Norddeutsche Klimabüro des GKSS-Forschungszentrums im Kreis Herzogtum Lauenburg leitet. Für die Urlaubsgebiete an Nord- und Ostsee bedeute dies eine höhere Attraktivität bis in die Herbstferien hinein.

Auf der anderen Seite könnten sommerliche Gesundheitsgefährdungen durch Hitzestress und Engpässe in der Trinkwasserversorgung länger dauern. Meinke erwartet den Auswertungen zufolge am Ende des 21. Jahrhunderts für den Monat November bis 30 Prozent mehr Regen und bis zu 6 Prozent stärkere Winde. (nz/AP/dpa)


 
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