Die Meeressäuger kommen: 

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Die Meeressäuger kommen 

Lupe Schweinswale in deutschen Flüssen

Klingt unglaublich, ist aber wahr: In norddeutschen Flüssen sind wieder häufiger Schweinswale anzutreffen. Über die Gründe spekulieren die Biologen noch.

In den norddeutschen Flüssen werden nach Angaben von Tierexperten zunehmend Schweinswale gesichtet. Die Meeressäuger schwimmen gerade im Frühjahr immer häufiger von der Küste weit die Flüsse hinauf, wie Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GDR) in München sagte. «Über die Gründe können wir derzeit anhand der dünnen Datenlage nur spekulieren», erklärte die Biologin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. So könnte die Überfischung bestimmter Arten wie Sandaale dazu geführt haben, dass Schweinswale auf andere Fischarten ausweichen und diesen hinterherziehen.

Wenger vermutet, dass die kleinen Wale auf der Suche nach Nahrung wandernden Schwärmen folgen. So komme die Finte, eine geschützte Fischart, zum Laichen von der Nordsee in die Weser. «Auch der Klimawandel kann damit in Zusammenhang stehen, wenn sich etwa Meeresströmungen verändern oder erwärmen und sich auf das Fischvorkommen auswirken», sagte sie.

Vor mehr als 100 Jahren kamen die Schweinswale nach Angaben von Wenger häufig in den großen Flüssen wie Elbe, Weser und Ems vor. Dann verschwanden die 1,5 Meter großen Tiere mehr und mehr als Folge der verschmutzten Flüsse. Jahrzehntelang wurde die einzige in Deutschland heimische Walart vor der niedersächsischen Küste kaum noch gesichtet.

«Umso erfreulicher ist es jetzt, dass sie wieder in den Flüssen von Spaziergängern oder Wassersportlern beobachtet wird», sagte Wenger. Die Bestandsverlagerung führe aber auch zu neuen Problemen. Die Schweinswale würden in der südlichen Nordsee mit dem Schiffsverkehr oder Rammarbeiten beim Bau von Windparks konfrontiert oder landeten häufig als Beifang in Fischernetzen.

Um mehr über die Lebensgewohnheiten der Schweinswale zu erfahren, setzen Forscher und Naturschutzbehörden jetzt erstmals auch in der Weser elektronische Lauschgeräte ein. Zwei Unterwasser-Mikrofone sollen die Laute der kleinen Wale aufzeichnen, sagte Wenger. Zudem wurden Wassersportler und Anwohner aufgefordert, gesichtete Tiere zu melden. (dpa)