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«Ich konnte nicht normal weiterarbeiten»

15. Sep 2006 07:48
FDP-Politiker Lindner
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Der FDP-Politiker Martin Lindner saß in seiner Kanzlei gebannt vor einem Bildschirm.

«Ich saß in meiner Anwaltskanzlei. Auf dem Bildschirm liefen immer Online-Nachrichten mit. Als es dann hieß, ein Flugzeug sei in des World Trade Center gekracht, war ja noch unklar, ob es ein Sportflieger war oder ein großes Flugzeug. Doch es eskalierte dann, es kam die Info, dass ein zweites Flugzeug in die Türme geflogen war. Spätestens dann habe ich gedacht, das ist Terror. Es war apokalyptisch, das kann man nicht anders sagen. Ich saß da in meinem Büro in Berlin und starrte gebannt auf diesen Bildschirm, wie da, tack, tack, tack, allmählich die USA in Stücke gebombt wurden. Das war nichts von nationaler Bedeutung, sondern etwas, was die Welt verändert würde.

An diesem Tag konnte ich nicht normal weiterarbeiten. Ein Partner aus München rief dann an, und sagte, der heutige Tag wird die Welt verändern. Ich rief meine Frau an, die mit den Kindern vor dem Fernseher saß. Sie konnten gar nicht ausschalten, obwohl es sicher besser gewesen wäre. Mein ältester Sohn war dann unmittelbar mit den Folgen des Anschlags konfrontiert: Er war gerade frisch in die Vorschule gekommen, an die Berliner John F. Kennedy-Schule. Bald stand die ganze Schule unter Polizeischutz.»

Der Rechtsanwalt Martin Lindner ist Fraktionschef der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus. (Protokoll. nz)


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