13. Sep 2006 12:11
Der Berliner SPD-Chef Michael Müller unterbrach eine Sitzung, als die Meldungen «immer dramatischer» wurden.
«Es war ein Dienstag. Wir hatten Fraktionssitzung. Nach und nach sickerten die ersten Meldungen durch. Ich habe dann vorgelesen, dass es Einschläge von Flugzeugen in das World Trade Center gegeben habe. Zunächst war ja nicht klar, ob es wirklich Anschläge waren. Die Fraktion wurde daraufhin immer unruhiger. Die ersten verließen den Saal und wollten sich über das Fernsehen informieren, was denn wirklich passiert ist. Andere haben telefoniert. Als die Meldungen immer dramatischer wurden, habe ich die Fraktionssitzung abgebrochen.
Wir sind dann zu mir ins Büro gegangen und haben das Geschehen vorm Fernseher verfolgt. Es war eine ganz seltsame Stimmung, weil niemand so richtig in Worte fassen konnte, was da eigentlich passierte. Wir wussten nur, das ist etwas, was alles verändert.
Ich war schon fassungslos. Das Ganze zu verarbeiten, begann ich erst zuhause. Meine Kinder bekamen das ja auch mit und stellten Fragen. Und so habe ich erklärt, was Amerika ist und welche Bedeutung die Zwillingstürme in New York für die westliche Welt hatten. Dann konnte auch ich meine Gedanken sortieren.»
Die Netzeitung sprach mit Michael Müller. Der gelernte Drucker ist Fraktions- und Landesvorsitzender der Berliner SPD