«Es wütete ein Sturm in meiner Seele»
Für den frühen Abend hatte ich ein Gespräch mit dem damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban vereinbart - wir haben das Gespräch nach wenigen Minuten abgebrochen, weil wir mit den Gedanken in New York und Washington waren. Bis spät in die Nacht habe ich versucht, Kontakt mit meinen Freunden in New York aufzunehmen - doch alle Leitungen waren belegt. Erst am nächsten Tag hatte ich Klarheit: Gott sei dank war ihnen nichts zugestoßen!
Nach dem 11. September werde ich nie vergessen: Ich saß im Kanzleramt bei der Information des Regierungschefs und spürte das immense Maß an Verantwortung auf den Schultern geradezu körperlich. Das sind Momente gewesen, in denen ich zum ersten Mal verstanden habe, was wehrhafte Demokratie tatsächlich bedeuten kann. Wenn wir nach den vertraulichen Gesprächen vor die Kameras traten, sah das routiniert aus. In Wahrheit wütete ein Sturm in der Seele. Man musste schon sehr auf seinen inneren Kompass vertrauen.»
Die Netzeitung sprach mit dem Bundesvorsitzenden der FDP, Guido Westerwelle.

