netzeitung.de«Es wütete ein Sturm in meiner Seele»

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Guido Westerwelle (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Guido Westerwelle
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FDP-Chef Guido Westerwelle spürte nach den Anschlägen «das immense Maß an Verantwortung auf den Schultern geradezu körperlich».

«Ich gab gerade in meinem Büro im Berliner Thomas-Dehler-Haus der 'Rheinischen Post' ein Interview, als ein Mitarbeiter hereinstürzte und uns aufforderte, CNN einzuschalten. Was wir sahen, würde die Welt verändern. Das war uns allen klar, als wir entsetzt und gebannt den Einsturz der Türme verfolgten.

Für den frühen Abend hatte ich ein Gespräch mit dem damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban vereinbart - wir haben das Gespräch nach wenigen Minuten abgebrochen, weil wir mit den Gedanken in New York und Washington waren. Bis spät in die Nacht habe ich versucht, Kontakt mit meinen Freunden in New York aufzunehmen - doch alle Leitungen waren belegt. Erst am nächsten Tag hatte ich Klarheit: Gott sei dank war ihnen nichts zugestoßen!

Nach dem 11. September werde ich nie vergessen: Ich saß im Kanzleramt bei der Information des Regierungschefs und spürte das immense Maß an Verantwortung auf den Schultern geradezu körperlich. Das sind Momente gewesen, in denen ich zum ersten Mal verstanden habe, was wehrhafte Demokratie tatsächlich bedeuten kann. Wenn wir nach den vertraulichen Gesprächen vor die Kameras traten, sah das routiniert aus. In Wahrheit wütete ein Sturm in der Seele. Man musste schon sehr auf seinen inneren Kompass vertrauen.»

Die Netzeitung sprach mit dem Bundesvorsitzenden der FDP, Guido Westerwelle.