netzeitung.de«Ich habe den Zettel erst mal beiseite gelegt»

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Harald Wolf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Harald Wolf
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Der Berliner Linkspartei-Politiker Harald Wolf erfuhr von den Einschlägen durch eine hereingereichte Agenturmeldung.

«Wir hatten damals eine Fraktionssitzung und waren mitten in einer heftigen Diskussion. Unsere Pressesprecherin reichte plötzlich eine Agenturmeldung rein, in der es ganz lapidar hieß: Ein Flugzeug ist in den Turm des World Trade Center gestürzt. Ich hab erst gar nicht begriffen, was das bedeutet. Ich hatte die Vorstellung, es handele sich um ein Kleinflugzeug, eine Cessna. Deshalb hab ich den Zettel erst mal zur Seite gelegt, wir haben weiterdebattiert.

Erst als die Information kam, dass ein zweites Flugzeug abgestürzt sei, war für mich klar: Irgendwas stimmt da nicht, das ist kein einfacher Unfall, da ist etwas passiert. Wir haben die Sitzung dann unterbrochen und sind in die Pressestelle gegangen. Ich war kaum da und sah auf CNN die brennenden Twin Towers – da brach der erste Turm auch schon in sich zusammen.

Als ich das gesehen habe, war mir klar: Die Welt wird nicht mehr so sein wie vorher. Ich fand die Bilder völlig unwirklich. Mein erstes Gefühl war Fassungslosigkeit über das, was da gerade passiert. In den ersten Momenten war gar nicht klar, was vor sich geht. Erst als die Meldung kam, die Flugzeuge seien vorher entführt worden, wurde der terroristische Hintergrund deutlich. Dann haben sich die Ereignisse überstürzt.»

Der Linkspartei-Politiker Harald Wolf ist Wirtschaftssenator in Berlin (Protokoll: nz)