«Ich konnte an nichts anderes mehr denken»
Die Brutalität und die unfassbare Gewalt der Ereignisse in New York haben mich erschreckt und aufgewühlt. Bis heute kann ich nicht begreifen, dass die Veranstaltung in Berlin danach weiterging. Meine Gedanken waren in den Stunden nach dem Terrorakt ganz und gar von dem Geschehen in New York bestimmt. Mir tat es gut, dass ich am Abend zusammen mit vielen anderen Menschen bei einem Gottesdienst im Berliner Dom all das, was uns an diesem Tag bewegt, beschäftigt und geängstigt hat, vor Gott bringen konnten.
Der 11. September ist als Datum zu einem Symbol geworden, zu welcher unbegreiflichen Gewalt religiös irrgeleitete Terroristen fähig sind. Der Tag vor fünf Jahren hat auch deutlich gemacht, was sich schon vorher innerhalb des Islams entwickelt hatte. Jedoch darf man auch nach diesem Ereignis und nach anderen Terrorakten, die darauf folgten, Islam und Gewalt nicht einfach gleich setzen. Alle Religionen sind noch mehr als zuvor herausgefordert, wirksam gegen jede Form von Gewalt einzutreten.»
Die Netzeitung sprach mit Wolfgang Huber, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirchen in Deutschland und Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg und Schlesische Oberlausitz

