netzeitung.de«Ich konnte an nichts anderes mehr denken»

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EKD-Ratsvorsitzender Huber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe EKD-Ratsvorsitzender Huber
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, erfuhr von den Anschlägen bei einer Veranstaltung in Berlin.

«Am Vormittag feierten wir den 90. Geburtstag des Berliner Altbischofs Albrecht Schönherr, anschließend nahm ich am Berliner Gendarmenmarkt an einer Veranstaltung zu Transplantationsmedizin teil. Dort informierte mich ein Mitarbeiter, es sei 'etwas Schreckliches' passiert. Auf einem Fernseher im Nachbarraum sah ich dann die ersten Bilder, wie die Flugzeuge in die Twintowers krachten.

Die Brutalität und die unfassbare Gewalt der Ereignisse in New York haben mich erschreckt und aufgewühlt. Bis heute kann ich nicht begreifen, dass die Veranstaltung in Berlin danach weiterging. Meine Gedanken waren in den Stunden nach dem Terrorakt ganz und gar von dem Geschehen in New York bestimmt. Mir tat es gut, dass ich am Abend zusammen mit vielen anderen Menschen bei einem Gottesdienst im Berliner Dom all das, was uns an diesem Tag bewegt, beschäftigt und geängstigt hat, vor Gott bringen konnten.

Der 11. September ist als Datum zu einem Symbol geworden, zu welcher unbegreiflichen Gewalt religiös irrgeleitete Terroristen fähig sind. Der Tag vor fünf Jahren hat auch deutlich gemacht, was sich schon vorher innerhalb des Islams entwickelt hatte. Jedoch darf man auch nach diesem Ereignis und nach anderen Terrorakten, die darauf folgten, Islam und Gewalt nicht einfach gleich setzen. Alle Religionen sind noch mehr als zuvor herausgefordert, wirksam gegen jede Form von Gewalt einzutreten.»

Die Netzeitung sprach mit Wolfgang Huber, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirchen in Deutschland und Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg und Schlesische Oberlausitz