netzeitung.de«Ich sah die TV-Bilder und war geschockt»

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Gregor Gysi (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gregor Gysi
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Den Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, erreichte die Nachricht mitten im Berliner Landtags-Wahlkampf.

«In Berlin herrschte Wahlkampf. Ich war mitten in einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Gewerkschaft Verdi von Berlin. Nach diesem Gespräch kam meine Sekretärin sehr aufgeregt herein und meinte, dass in New York und Washington etwas Schreckliches passiert sei. Ich sah mir die Fernsehbilder an und war geschockt. Sofort rief ich einen Freund in New York an. Doch ich konnte ihm nur auf den Anrufbeantworter sprechen.

Plötzlich kamen mir alle Probleme des Berliner Wahlkampfes ganz klein vor. Ich sah mich außerstande den Wahlkampf fortzusetzen. Der Wahlkampf wurde dann auch unterbrochen.

Vom ersten Moment an wusste ich, dass die Welt, nicht mehr so sein würde, wie vor dem 11. September. Ich befürchtete Krieg. Das war die falsche Antwort, die ja dann auch von Präsident Bush kam.

Das westliche Verhältnis zu 'anderen' Welten ist bis heute einseitig und hochmütig und deshalb wenig geeignet, die Ursachen des Terrorismus wenigstens schrittweise abzubauen.»

Die Netzeitung sprach mit Gregor Gysi, Rechtsanwalt und Politiker (Linkspartei) und seit 2005 Vorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag