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Weltweites Gedenken an die Opfer von 9/11
11. Sep 2006 16:47, ergänzt 22:56

'Ground Zero' in New York
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Foto: dpa
Mit einer Trauerfeier haben Tausende Angehörige des fünften Jahrestags der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York gedacht. Eine Schweigeminute wurde auch beim EU-Asien-Treffen in Helsinki eingelegt.

In den Vereinigten Staaten ist den Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht worden. Um 14:46 Uhr (MESZ) wurde landesweit mit einer Schweigeminute an die dreitausend Toten erinnert. Zu diesem Zeitpunkt raste das erste Flugzeug in das World Trade Center (WTC) in New York.

Mehr in der Netzeitung:
Ehe- und Lebenspartner der Opfer verlasen am Ground Zero in New York die Namen der Toten. Mehrere kämpften dabei mit den Tränen. Viele Angehörige trugen Bilder der Toten mit sich und legten Blumen in die Wasserbecken, die am Fundament der beiden Türme aufgebaut wurden.

Bei der Trauerfeier war auch US-Präsident Bush und seine Frau Laura Bush anwesend. Bush hatte zu Beginn der Trauerfeierlichkeiten am Sonntagabend (Ortszeit) in New York zwei Kränze niedergelegt. Im Anschluss an die Gedenkfeier auf Ground Zero besuchte Bush die Trauerfeiern an der Absturzstelle in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania und im Pentagon. In Shanksville schüttelte der Präsident jedem Angehörigen der Getöteten die Hand. Hamilton Peterson, der seinen Vater und seine Stiefmutter verlor, würdigte die Insassen des Flugzeugs als Helden, da sie sich den Entführern entgegen gestellt und damit vermutlich einen weiteren Anschlag verhindert hätten.

Dick Cheney
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Foto: dpa

«Persönlich» gemeint

In Washington gedachten US-Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld der 184 Toten des Terroranschlag auf das Pentagon. Die USA hätten erfahren müssen, dass Ozeane nicht mehr schützen und die Ambitionen von einer bestimmten Art von Feinden keine Grenzen hätten, sagte Cheney. Die Terroranschläge seien «persönlich» gemeint gewesen. «Wir nehmen sie auch weiter persönlich», sagte Cheney.

Den höchsten Tribut, den man den Opfern zollen könnte, sei, Extremisten überall zu bekämpfen, als Land vereint zu bleiben und den Männern und Frauen in Uniform alle Unterstützung zu geben, sagte Rumsfeld. Die USA seien vor fünf Jahren in einen Krieg hereingezogen worden, den sie nicht angezettelt hätten. Heute seien viele Terroristen, die nicht gefangen oder getötet worden seien, auf der Flucht.

Attacken auf World Trade Center
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Foto: AP
Vor fünf Jahren hatten 19 Attentäter entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des WTC in New York und das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) bei Washington gelenkt. Ein viertes Flugzeug, dessen Passagiere sich offenbar gegen die Entführer zur Wehr gesetzt hatten, stürzte auf ein Feld in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania. Nach den Anschlägen führten die USA Krieg gegen Afghanistan, dessen Taliban-Regierung der Al Qaeda Unterschlupf gewährt hatte, und 2003 gegen den Irak.

George W. Bush mit Ehefrau Laura
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Foto: dpa

Solidarität gefordert

Zum Auftakt der Gedenkveranstaltung in New York rief Bürgermeister Michael Bloomberg die Menschen in den Vereinigten Staaten zur Solidarität mit der Millionenmetropole auf. Am Montagabend wollte sich Bush zur besten Sendezeit in einer Fernsehansprache an seine Landsleute wenden. Gedenkfeiern fanden auch in anderen Orten der Welt, darunter Berlin statt. Die New Yorker und mehrere europäische Börsen legten Gedenkminuten ein.

Beim EU-Asien-Gipfel in Helsinki gedachten die Staats- und Regierungschefs der 38 Staaten mit einer Schweigeminute der Toten. Bereits am Vortag hatte der Gipfel die Rolle der Vereinten Nationen für die weltweite Sicherheitspolitik betont. Der Kampf gegen Terrorismus müsse breit angelegt werden. Es gelte, einer Radikalisierung entgegen zu treten, die Finanzierung von Terrorgruppen zu verhindern und die verschiedenen Glaubensrichtungen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan gedachte der Opfer. «Die Anschläge vom 11. September 2001 haben uns alle ins bis ins Mark getroffen, weil sie ein Angriff auf die Menschlichkeit waren», sagte Annan. Er mahnte, auch die Opfer anderer Terroranschläge auf der Welt dürften nicht vergessen werden.

«Gemeinsam agieren»

Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete den Terrorismus als «die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Wir können ihn politisch bekämpfen, wenn wir gemeinsam agieren», sagte sie in Helsinki. Der Kampf sei umfassend und müsse mit vielen Mitteln geführt werden. «Sicherlich heiligt der Zweck nicht die Mittel, aber die Geschlossenheit der internationalen Gemeinschaft ist von allergrößter Bedeutung», betonte Merkel.

Aiman al Sawahiri
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Foto: dpa
Das Terrornetzwerk Al Al Qaeda drohte zum Jahrestag neue Angriffe an. Ziele seien die USA, die Staaten am Golf und Israel, erklärte der Vizechef der Terror-Organisation Aiman al Sawahri in zwei in Auszügen ausgestrahlten Videobotschaften. Zunächst werde der Westen zum Rückzug aus der Golfregion gezwungen, dann sei Israel an der Reihe, hieß es in dem vom Fernsehsender Al Dschasira gezeigten Film.

In einem auszugsweise vom Sender CNN ausgestrahlten Video kündigte der Vertreter von Al-Qaeda-Chef Osama Bin Laden ab, dass «neue Ereignisse» vorbereitet würden. (nz)




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