Historiker sieht Ziele von 9/11-Planern erreicht
11.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Kritik übte der ehemalige Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift «American Studies Journal» am Vorgehen der US-Regierung. Zwar sei ein entschlossenes Vorgehen gegen den Terrorismus und seine Unterstützer notwendig. Doch der «Krieg gegen den Terror» und die Invasion im Irak hätten das Mächtegleichgewicht im Mittleren Osten nicht in der Art und Weise verändert, wie sich das die US-Regierung versprochen habe. «Denn eine Initialzündung für eine Demokratisierung der arabisch-islamischen Welt gab es nicht, dafür steht heute ausgerechnet der Iran gestärkt da.» Die amerikanische Invasion im Irak habe «die Idee der liberalen Demokratie eher diskreditiert, weil sie mit westlicher Bevormundung oder mit Chaos identifiziert» werde.
In den westlichen Gesellschaften habe es hingegen eine «Verschiebung zum Sicherheits- und Präventionsstaat gegeben». «In der Spannung zwischen Sicherheit und Freiheit hat sich die Präferenz von Politik und Bevölkerung in Richtung Sicherheit verschoben.»
Bergs Urteil über die bisherige Amtsführung von US-Präsident George W. Bush fällt insgesamt negativ aus. «Die bisherige innen- und außenpolitische Bilanz seiner Präsidentschaft bietet wenig Veranlassung, ihm gute Noten zu geben oder seine intellektuellen und politischen Fähigkeiten zu preisen.» Allerdings hätten viele seiner Vorgänger einfach das Glück gehabt, nicht mit den selben Herausforderungen konfrontiert zu werden.
Für das Web ediert von Timo Hoffmann

