netzeitung.deDer Bundeswehreinsatz in Afghanistan

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Bundeswehrcamp in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehrcamp in Afghanistan
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Bundeswehr beteiligt sich seit Anfang 2002 an der inzwischen von der Nato geführten Internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan. Derzeit sind etwa 3500 deutsche Soldaten unter dem Dach der Nato am Hindukusch im Einsatz.

Das Mandat des Bundestages für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan erlaubt seit einer Verlängerung im Oktober 2008 die Beteiligung von maximal 4500 Soldaten. Ausgeschöpft war die zuvor gültige Grenze von 3500 Mann, seitdem die Bundeswehr die zuvor von den Norwegern gestellte Quick Reaction Force stellt, eine Truppe, die die Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf absichern soll. Auch die Tornado-Aufklärungsflugzeuge, die die Bundeswehr für den Süden Afghanistans entsandte, trugen dazu bei.

Isaf: Die Schutztruppe Isaf (International Security Assistance Force) umfasst insgesamt mehr als 40.000 Mann aus rund 40 Staaten. Die Schutztruppe hat ein UN-Mandat.

Ihre Aufgabe ist es, für Sicherheit und Stabilität im Land zu sorgen. Deutschland stellt eines der größten Kontingente und hat die Verantwortung für den Norden übernommen.

Diese Region ist im Vergleich zum umkämpften Süden und Osten ruhiger. Im Oktober 2007 hatte der Bundestag entschieden, das anfänglich separate Mandat für die Entsendung von sechs Tornado-Aufklärungsjets mit dem Isaf- Mandat zu verbinden und die Obergrenze von 3000 auf 3500 Soldaten zu erhöhen. Die Flugzeuge sind seit April 2007 im Einsatz. Sie sollen Taliban-Stellungen ausfindig machen und Bilder zur zielgenauen Bekämpfung an die Isaf weiterleiten.

Der Bundeswehreinsatz im Rahmen der Schutztruppe Isaf hat die Steuerzahler seit Dezember 2001 fast drei Milliarden Euro gekostet (Stand Oktober 2008).

Anti-Terror-Kampf: Deutschland hält zwar insgesamt 1400 Soldaten für den US- geführten Anti-Terror-Kampf bereit, die «Operation Enduring Freedom» (OEF). In Afghanistan durften bisher 100 Soldaten des «Kommando Spezialkräfte», der Elite-Einheit der Bundeswehr, operieren. Im Zuge der Isaf-Mandatsverlängerung im Oktober 2008 stoppte der Bundestag die Beteiligung der Elitetruppe.

Eingesetzt sind somut derzeit nur rund 250 Marine- Soldaten am Horn von Afrika zur Verhinderung des Waffen- und Drogen- Transports auf See sowie 50 im Mittelmeer. In Afghanistan kämpfen in der OEF-Mission insgesamt rund 10.000 Soldaten, die meisten davon US-Amerikaner. Im Gegensatz zur Isaf hat die OEF kein UN-Mandat. Grundlage für die Mission sind Resolutionen des Weltsicherheitsrates. Der Bundeswehr- Einsatz wurde Mitte November 2007 um ein Jahr verlängert. (nz/dpa)