27.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bruno Kasdorf
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Solange internationale Sicherheitskräfte in Afghanistan seien, würden die Taliban nicht zurückkehren, meint Isaf-Stabschef Kasdorf. Der deutsche General ist zuversichtlich, dass sich die Lage im neuen Jahr entspannt.
Nach dem blutigsten Jahr seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan rechnet die Internationale Schutztruppe Isaf in 2008 mit einer leichten Entspannung der Sicherheitslage. «Ich erwarte eine Verbesserung», sagte Isaf-Stabschef Bruno Kasdorf der Nachrichtenagentur dpa. Mit etwas über 40.000 Isaf-Soldaten sei die Sicherheitslage in einem Land von mehr als der doppelten Größe der Bundesrepublik aber «nicht über Nacht» in den Griff zu bekommen, fügte der deutsche General hinzu.
Kasdorf sagte, für den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte müssten weitere vier bis fünf Jahre angesetzt werden. «Das ist dann auch der Zeitrahmen, nach dem wir darüber nachdenken können, unsere eigene Präsenz zu reduzieren.» Je mehr Personal und Mittel die Internationale Gemeinschaft in die afghanischen Sicherheitskräfte investiere, desto schneller könne sie mit dem Abbau ausländischer Truppen beginnen. «Ich habe keine Sorge vor einer Rückkehr der Taliban, solange internationale Kräfte in Afghanistan stehen», sagte der General. Die Rebellen hätten militärisch keine Chance.
Frühjahrsoffensive der Taliban «im Keim erstickt»Die Aufständischen hätten 2007 schwere Verluste auch in ihrer Führungsriege zu verkraften gehabt, sagte Kasdorf. Die von den Taliban angekündigte Frühjahrsoffensive 2007 sei von der Isaf «im Keime erstickt» worden. Die Taliban hätten anders als im Spätsommer 2006 offene Konfrontationen vermieden. Kasdorf sagte weiter, 70 Prozent der «Vorfälle» wie Hinterhalte und Anschläge der Rebellen hätten sich in zehn Prozent der afghanischen Provinzen ereignet. Der Rest des Landes sei ganz oder relativ ruhig gewesen.
Drogenanbau nimmt zuKasdorf sagte, die Bundeswehr mit der Isaf-Operation «Harekate Yolo» Ende Oktober/Anfang November im Nordwesten Afghanistans ein Ausweiten des Einflussgebietes der Aufständischen in der Region verhindert. Deutsche Truppen hätten bei der Operation afghanische Sicherheitskräfte unterstützt und seien bei dem Einsatz «aktiv mit dabei» gewesen.
Probleme sieht der General weiterhin beim Drogenanbau, der 2007 erneut dramatisch zugenommen hat. «Die Drogen drohen wie ein Krebsgeschwür alles zunichte zu machen.» Die Afghanen selber müssten zudem die Handlungsfähigkeit ihrer Regierung und ihrer Verwaltung verbessern und die grassierende Korruption in den Griff bekommen. Auch im Justizbereich gebe es «erhebliche Defizite». (Gespräch: Can Merey, dpa)