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«Kofferbomber» identifiziert sich auf Videos

19. Dez 2007 17:30
Einer der mutmaßlichen 'Kofferbomber' ist Fan vom Fußballer Ballack
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Am zweiten Tag des Kofferbomben-Prozesses hat der Angeklagte ausgesagt, dass er auf den Videobildern zu sehen ist. Zudem erklärte er, warum er am Tag des versuchten Anschlages ein Ballack-Trikot trug.

Im Düsseldorfer Prozess gegen den mutmaßlichen «Kofferbomber» von Köln hat der Angeklagte sich und seinen im Libanon verurteilten Komplizen auf Videobildern identifiziert. Die Bilder waren am Tag der Tat von verschiedenen Überwachungskameras im Kölner Hauptbahnhof und im Köln/Bonner-Flughafen aufgenommen worden.

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  • Der 23-jährige Libanese erklärte auch, warum er damals ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalelf mit der Nummer 13 von Kapitän Michael Ballack trug: «Mir gefällt seine Spielweise. Er spielt sehr gut», sagte der wegen vielfachen versuchten Mordes angeklagte Youssef el H. am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandesgerichts.

    Als Zeuge erzählte der damalige Leiter der Ermittlung des Bundeskriminalamts (BKA), wie die Polizei den «Kofferbombern» auf die Spur kam. Die Strecken beider Züge, in denen die Bomben entdeckt wurden, hätten sich nur in Köln gekreuzt und dort jeweils drei gleiche Bahnhöfe angefahren. Weil beide Züge binnen weniger Minuten von Gleis 3 des Kölner Hauptbahnhofs abgefahren waren, habe man zuerst die dortigen Kamerabilder ausgewertet.

    Kofferbomben zwischen den Sitzreihen

    Dabei seien die beiden Libanesen mit ihren Koffer-Trolleys aufgefallen. Sie hätten gemeinsam die Vorhalle des Bahnhofs betreten, sich an einen Ticketschalter begeben und dann in einigem Abstand, ohne Blickkontakt aufzunehmen, den Bahnsteig betreten. Der Angeklagte sagte auf die Frage, ob er den Regionalzug um 13 Uhr nach Koblenz bestiegen habe, dies wisse er nicht mehr.

    Der BKA-Beamte sagte, beide Bomben seien in den mittleren Waggons der Züge in Großraumabteilen zwischen den Sitzreihen platziert worden. Schon wenige Minuten später habe Jihad H. den Kölner Hauptbahnhof ohne Koffer verlassen und ein Taxi zum Flughafen bestiegen. Die Bomben waren wegen eines technischen Fehlers nicht explodiert.

    Die Ermittler hätten die Aufnahmen von 225 Kameras aus neun Bahnhöfen sichergestellt und ausgewertet, sagte der Zeuge. Das Material habe insgesamt aus 545 Tagen Videoaufnahmen bestanden. Zudem seien 1,3 Millionen Daten von Mobilfunktelefonen ausgewertet worden - ohne jeden Hinweis auf die Verdächtigen.

    Zettel in Bomben-Koffer

    In einem der Bomben-Koffer sei aber ein Zettel in arabischer Schrift mit Telefonnummern entdeckt worden. Eine dieser Nummern gehörte zu einem Mann, der damals wegen einer Botschafts-Erstürmung im Libanon in Haft saß. Zudem sei ein Beutel mit Speisestärke aus dem Libanon entdeckt worden.

    Youssef El H. war am 19. August nach einem Hinweis aus dem Libanon am Kieler Bahnhof festgenommen worden. Zuvor sei er der Polizei nicht aufgefallen. Zeugen hätten lediglich berichtet, dass der Student ein streng gläubiger Moslem sei.

    Der im Libanon zu zwölf Jahren Haft verurteilte Jihad H. hatte sich nach seiner Flucht aus Deutschland in seiner Heimat der Polizei gestellt und ein Geständnis abgelegt. Youssef El H. war am Dienstag in Beirut in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zwischen dem Libanon und Deutschland besteht kein Auslieferungsabkommen. Der Prozess in Düsseldorf soll am 10. Januar fortgesetzt werden. (dpa)

     
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