21.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Uhrlau ist auch beunruhigt über Terrorcamps im Wüstenstaat Mali
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Geheimdienstchef Uhrlau sieht eine erhöhte Gefahr durch Extremisten aus dem Maghreb. Die größten Risiken bestehen laut der Bundesregierung in Spanien und Frankreich.
Der Bundesnachrichtendienst ist besorgt wegen möglicher terroristischer Bedrohung aus Nordafrika. BND-Präsident Ernst Uhrlau sagte in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» am Sonntag, zwei Faktoren bestimmten die Lage: Ein Zusammenschluss der islamistischen GSPC aus Algerien mit Gruppen anderer Staaten zu «Al Qaeda im islamischen Maghreb» sowie terroristische Ausbildungslager im Wüstenstaat Mali. Konkrete Hinweise auf Anschläge in Deutschland gebe es jedoch nicht.
Innenstaatssekretär August Hanning erklärte in der Sendung, in erster Linie seien Frankreich und Spanien gefährdet, weil dort viele Maghrebiner lebten. Außerdem habe Al Qaeda besonders Spanien im Visier: Das heutige Andalusien solle von Christen befreit und die islamische Herrschaft wieder errichtet werden. Aber zwischen maghrebinisch-islamischen Kreisen in Deutschland und Nordafrika gebe es «Reisebewegungen und Kommunikation».
Terrorgruppe GSPC entführte TouristenLaut Interpol stammten über die Hälfte aller 2006 in der EU festgenommenen Terrorverdächtigen aus Algerien, Tunesien und Marokko. Eine Untergruppe der im Nordosten Algeriens operierende GSPC (Salafistische Gruppe für Gebet und Kampf) entführte 2003 insgesamt 32 Algerientouristen, darunter 16 Deutsche. Eine deutsche Geisel starb.
Die Freilassung der letzten 14 Geiseln in Mali wurden durch den seit 2002 amtierenden Präsidenten Amadou Touré persönlich in die Wege geleitet. Touré wurde unter anderem vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau in Berlin empfangen. Rau würdigte damals das seit 1960 unabhängige Land als demokratischen Stabilitätsanker Afrikas.
Mali besteht zu 60 Prozent aus Wüste. Im Norden des Landes, der laut Hanning faktisch autonom ist, vermuten westliche Geheimdienste mobile Ausbildungslager. Zwei Gruppen bildeten pro Monat fünf bis zehn Terroristen aus. Hanning zog Parallelen zu den Ausbildungscamps in Pakistan. (AP)