11.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Flug nach Deutschland
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die in Afghanistan freigelassene Geisel Rudolf Blechschmidt ist in Deutschland gelandet. Gesundheitlich geht es ihm offenbar schlechter als bisher bekannt.
Nach knapp drei Monaten in Geiselhaft ist der in Afghanistan freigelassene Deutsche Rudolf Blechschmidt am Donnerstagabend nach Deutschland zurückkehrt. Das Flugzeug aus Dubai, mit dem der 62-Jährige erwartet wurde, setzte am Abend auf dem Flughafen in Frankfurt am Main auf. Auf Wunsch der Familie wurde der offenbar gesundheitlich schwer angeschlagene Ingenieur von der Öffentlichkeit abgeschirmt.
Blechschmidt kehrte am Vorabend der Bundestagsentscheidung über eine Verlängerung des Afghanistan-Mandats zurück. Am Freitag entscheidet das Plenum in namentlicher Abstimmung über den weiteren Einsatz von 3500 Soldaten sowie von sechs Tornado-Aufklärungsflugzeugen. Die Bundesbürger sind mit großer Mehrheit gegen die Mission, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts «OmniQuest» im Auftrag des «Kölner Stadt-Anzeigers» ergab: Demnach wollen 61,1 Prozent keine Verlängerung des Mandates, nur 29 Prozent befürworten die Verlängerung.
Der 62-Jährige sei sehr abgemagert und habe viel Wasser verloren, sagte seine geschiedene Frau der AP. Er bekomme Herz- und Kreislaufmedikamente. Nach der Ankunft in der deutschen Botschaft habe er nur eine Kleinigkeit essen und dann schlafen wollen. Ihr Ex-Mann solle jetzt erstmal zur Ruhe kommen, sagte sie. «Wir wissen noch nicht, was er für Pläne hat.»
Am Morgen trat der Ingenieur nach knapp drei Monaten in Geiselhaft die Heimreise an. Nachdem er mit vier afghanischen Begleitern freigelassen wurde, verbrachte er die Nacht in der deutschen Botschaft in Kabul. Zusammen mit seinem später getöteten 43-jährigen Kollegen Rüdiger D. war Blechschmidt am 18. Juli in der Provinz Wardak verschleppt worden.
(AP)