Bush wegen Terror-Verhören unter Druck
05.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Wir fangen mit den am wenigsten harschen Maßnahmen an», hatte die «Washington Post» zuvor Bushs Heimatschutzberaterin Frances Townsend zitiert. Mit der «Steigerung» der Methoden werde dann aufgehört, «wenn jemand kooperativ wird».
Die Regierung reagierte auf Enthüllungen der «New York Times», denen zufolge das Justizministerium 2005 in einem geheimen Memorandum ausdrücklich Gewaltanwendung bei Verhören in CIA-Gefängnissen gebilligt habe, darunter auch Schläge.
Townsend äußerte sich nicht zu den einzelnen Methoden. Sie sagte lediglich, dass gegen weniger als ein Drittel von etwa 100 Gefangenen «Techniken» angewendet worden seien. Sie seien legal und es handele sich nicht um Folter. «Wenn Amerikaner (bei Anschlägen) getötet werden, weil wir darauf verzichtet haben, die harten Dinge zu tun, dann hätte das amerikanische Volk das absolute Recht, uns zu fragen, warum», erklärte die Beraterin.
In dem Memorandum sei auch grünes Licht dafür gegeben worden, Gefangene stundenlang eiskalten Temperaturen auszusetzen, sie in «Stresspositionen» stehen oder sitzen zu lassen und sie durch laute Rockmusik am Schlafen zu hindern, hieß es. Laut der Zeitung wurden die Methoden im Mai 2005 heimlich gutgeheißen, ungefähr fünf Monate nachdem das Weiße Haus in einem veröffentlichten Memorandum Foltertaktiken als «verabscheuungswürdig» bezeichnet hatte.
Im Sommer 2005 habe dann das Justizministerium in einem zweiten geheimen Papier zudem ausdrücklich festgestellt, dass die erlaubten Methoden nicht im Widerspruch zu Bestrebungen des Kongresses stünden, «grausame, inhumane und erniedrigende» Techniken zu verbieten.
Der republikanische Senator und Präsidentschaftskandidat John McCain sagte unterdessen, ihm sei von Regierungsseite versichert worden, dass es kein «waterboarding» mehr gebe. Führende Demokraten im Kongress wie der Vorsitzende des Senatsrechtsausschusses, Patrick Leahy, forderten unterdessen Einsicht in die Memoranden und warfen der Regierung vor, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. (dpa/AP)

