30.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bislang galten die Malediven als friedliches Urlaubsparadies
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die verletzten Touristen sind nach dem Anschlag in Male außer Lebensgefahr, Deutsche waren nicht darunter. Unklar ist, wer den Sprengstoffanschlag im Urlaubsparadies verübte.
Beim ersten Anschlag auf Touristen im Urlauberparadies der Malediven sind zwölf Ausländer verletzt worden. Die Zeitung «Haveeru» berichtete am Sonntag, zwei Briten - eine Frau und ein Mann - hätten bei der Bombenexplosion in der Hauptstadt Male am Vortag schwere Verbrennungen erlitten und lägen im Krankenhaus. Acht Chinesen und zwei Japaner würden dagegen nicht mehr stationär behandelt. Deutsche waren nicht betroffen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Behörden nahmen nur Stunden nach dem Anschlag zwei Verdächtige fest. Die maledivische Regierung kündigte harte Strafen für die Schuldigen an.
Präsident Abdul Gayoom, der die Verletzten nach dem Anschlag in den Krankenhäusern besuchte, sprach von einem traurigen Tag für das Volk der Malediven. Es sei das erste Mal, dass die Malediven einen solchen Anschlag erlitten hätten. Innenminister Abdulla Kamaluddin verurteilte den «feigen Terroranschlag». Obwohl alle Verletzten Touristen seien, sei es zu früh zu sagen, wer das Ziel des Anschlags gewesen sei. Der Bombenanschlag sei geplant gewesen und mit Materialien aus den Malediven vorbereitet worden.
Ausflüge abgesagtDer Sprengsatz in einem Park in der Nähe der größten Moschee der Hauptstadt bestand nach ersten Erkenntnissen unter anderem aus einer Gasflasche und wurde mit einem Mobiltelefon gezündet. Der Sultan-Park in Male wird von vielen Touristengruppen besichtigt. Er liegt auch in der Nähe des Armeehauptquartiers. Die Inselgruppe der Malediven im Indischen Ozean wird jährlich von mehr als 500.000 Urlaubern besucht. Tourismus ist mit Abstand die größte Einnahmequelle des Landes.
Touristen auf den Malediven halten sich die meiste Zeit in luxuriösen Hotelanlagen auf kleinen Inseln abgeschirmt von der muslimischen Bevölkerung auf. Ein Besuch in Male wird als Tagesausflug angeboten. Eine Sprecherin des Reiseveranstalters Thomas Cook sagte, die Veranstalter auf den Malediven hätten am Sonntag alle geplanten Ausflüge abgesagt.
Vorwürfe «Unsinn»Gayoom, der als sanfter Diktator gilt und der am längsten amtierende Regierungschef Asiens ist, machte im Staatsfernsehen seine Kritiker mitverantwortlich für den Anschlag. Er bezog sich dabei auf Menschenrechtsgruppen, die zum Boykott bestimmter Urlauberanlagen aufrufen, deren Besitzer Verbindungen zur Regierung Gayooms haben.
Die Menschenrechtsgruppe «Freunde der Malediven» in Großbritannien nannte den Vorwurf «Unsinn». Sie teilte mit, aus Solidarität sei der Boykottaufruf nach dem Anschlag ausgesetzt worden. Die wichtigste Oppositionspartei, die Maledivische Demokratische Partei (MDP), lehnt Gewalt klar ab. Ihr Sprecher Mohamed Lathif sagte in Colombo, Gayoom wolle mit den Anschuldigungen vom eigenen Versagen ablenken. (dpa)