Afghanin wirft USA Versagen in ihrem Land vor
18.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Während der Taliban-Herrschaft hatte Joya in Afghanistan ein Waisenhaus und eine Klinik aufgebaut. Sie leitet auch eine nichtstaatliche Organisation zur Förderung von Frauen. Internationales Aufsehen erregte sie im Dezember 2003, als sie sich während der Debatte über die neue Verfassung in der Loya Jirga die Vorherrschaft von Stammesführern anprangerte. Der Vorsitzende der Versammlung beschimpfte sie daraufhin als «Ungläubige» und «Kommunistin».
In der Bevölkerung ist Joya dagegen populär. Im September 2005 wurde sie in der westafghanischen Provinz Farah mit der zweithöchsten Stimmenzahl ins Parlament gewählt. Trotz zahlreicher Todesdrohung erhalten und eines Bombenangriffs auf ihr Haus setzte sie sich weiterhin gegen eine Berufung ehemaliger Warlords in die Regierung ein.
In diesem Mai stimmten die Abgeordneten dafür, Joyas Mandat für drei Jahre auszusetzen, nachdem sie das Parlament als «Zoo» bezeichnet hatte. Sie habe damit gegen einen Gesetzesartikel verstoßen, der es den Abgeordneten verbiete, sich gegenseitig zu kritisieren. Joya sprach daraufhin von einer «politischen Verschwörung» gegen sie. (nz/dpa)

