netzeitung.deSunniten in Ägypten protestieren gegen TV-Scheichs

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Einflussreiche ägyptische Sunniten wollen verhindern, dass Fatwas weiterhin in den Medien verkündet werden. Sie fordern ein neues Gesetz.

Das Al Azhar Islam-Institut in Kairo, die weltweit einflussreichste Institution der sunnitischen Muslime, will mit einem neuen Gesetz gegen den Wildwuchs der Fatwas (islamische Rechtsgutachten) vorgehen.

Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete am Montag, die für Rechtsgutachten zuständigen Religionsgelehrten des Instituts hätten in einem Brief an den ägyptischen Informationsminister Anas al Fiki und an die Parlamentsabgeordneten gefordert, ein Gesetz zu verabschieden, mit dem das Verkünden von Fatwas durch unqualifizierte islamische Scheichs in den Medien unter Strafe gestellt werde.

Damit solle verhindert werden, dass selbsternannte «Religionsgelehrte» ohne entsprechende Ausbildung das islamische Recht nach eigenem Gutdünken auslegen und die Muslime so negativ beeinflussen könnten.

In Ägypten und in anderen arabischen Ländern hat es in den vergangenen Jahren wiederholt erbitterten Streit um Fatwas sogenannter Fernsehscheichs gegeben. Dabei ging es sowohl um die Frage, ob der Kampf gegen die US-Armee im Irak als «Heiliger Krieg» bezeichnet werden dürfe als auch um die Frage, ob das Tragen des Kopftuches für eine Muslimin Pflicht sei. (dpa)