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Für Terror-Camper soll es eng werden

14. Sep 2007 07:57, ergänzt 17:41
Zypries mit Bundesinnenminister Schäuble
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Teilnehmern von Terroristen- Ausbildungslagern die Wiedereinreise zu verwehren, ist möglich. Doch Unions-Vertreter wollen noch schärfere Restriktionen. SPD-Politiker Stegner warnt vor Aktionismus.

Bund und Länder wollen gesetzlich gegen die Ausbildung in Terrorcamps vorgehen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) kündigte Vorschläge zum Umgang mit deutschen Staatsbürgern an, die etwa aus pakistanischen Terrorcamps in die Heimat zurückkehren. Unionsländer unterstützten den Vorstoß Hessens, über den Bundesrat eine eigene Gesetzesinitiative einzubringen. Hessen hatte unter anderem vorgeschlagen, Teilnehmern solcher Terroristen-Ausbildungslager die Wiedereinreise nach Deutschland per Gesetz zu verwehren und es mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zu belegen. Die Länderinnenminister schlossen sich dem an.

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Anlass der Initiative sind die drei vergangene Woche im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen, die mit Autobomben von US-Bürgern besuchte Einrichtungen in die Luft sprengen wollten. Zwei von ihnen sind zum Islam übergetretene Deutsche, sie sollen Terrorlager in Pakistan besucht haben. Deutschland kann bereits jetzt nach dem Aufenthaltsgesetz Terrorcamp-Teilnehmern die Wiedereinreise verwehren oder nach einer Rückkehr das Aufenthaltsrecht entziehen. «Da herrscht kein Handlungsbedarf», erläutert SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz auf Netzeitung.de.

Hintergrund:
Das Problem ist jedoch der Beweis. Wiefelspütz' Ansicht nach reicht es aus, wenn ein Geheimdienst den Hinweis auf die Camp-Teilnahme liefert. «Die Geheimdienste müssen dies der Bundespolizei weitergeben.» Dann könnten die Grenzposten die Extremisten am Kontrollpunkt zurückweisen, sie seien sogar dazu verpflichtet. «Es muss kein Strafrechtsverstoß vorliegen, um zurück gewiesen zu werden», die von dem Camp-Absolventen ausgehende Gefahr für den Staat und seine Grundordnung reiche aus, so Wiefelspütz.

Vergleichbar mit Guantanamo

Doch etwa Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) reicht das nicht aus. Er will bereits vor der Wiedereinreise die Aufenthaltserlaubnis des Terrorschülers für nichtig erklären lassen.

Nachdrücklich für eine Bestrafung von Camp-Teilnehmern plädierte dagegen der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU). Justizministerin Zypries warnte dabei jedoch vor Überreaktionen. In den Camps finde auch eine religiöse Ausbildung statt. Allein die Tatsache, dass jemand in einem Camp war, reiche nicht für eine Bestrafung aus. «Wir müssen uns entscheiden, ob wir Guantánamo kritisieren wollen und hier Vergleichbares machen.»

Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) warf der Union Gesetzesaktionismus vor. «Ich nehme nicht an dem Wettlauf um populistische, aber nicht durchdachte Vorschläge teil», sagte Stegner. Wegen der Reisefreiheit für EU-Bürger lasse sich eine Wiedereinreise nach Deutschland nicht verhindern, wenn etwa der Betreffende über ein anderes EU-Land komme. Denn innerhalb der EU überprüfen die Grenzer normalerweise keine Pässe. Die Politik sollte jetzt ihre Energie darauf verwenden, rechtsstaatlich saubere Wege zu finden.

Claudia Roth mahnte dagegen zur Vorsicht. Der notwendige Kampf gegen den Terrorismus werde mit Mitteln gekämpft, die «unseren Rechtsstaat aushöhlen», warnte sie. (nz/dpa)

 
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