13.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Taliban-Führer Mullah Omar
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Erstmals verlangen die Extremisten keinen Abzug ausländischer Truppen. Man sei zu Verhandlungen mit der Regierung in Kabul bereit, wenn die Uno die Taliban nicht mehr als Terrornetzwerk betrachte.
Die radikal-islamischen Taliban wollen von der UN-Liste terroristischer Vereinigungen gestrichen werden. Das sei die einzige Bedingung, die die Aufständischen in einem Gesprächsangebot an die Regierung gestellt hätten, sagte der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Hamid Karsai, Salmaj Rassul, der Nachrichtenagentur dpa in Kabul.
Im Gegensatz zu früheren Forderungen hätten die Islamisten einen Abzug der internationalen Truppen erstmals nicht zur Voraussetzung gemacht. Die Regierung sei auf Basis der Verfassung zu Verhandlungen bereit.
Einen «Deal» mit Aufständischen könne es in einer Demokratie aber nicht geben. Rassul sagte, man müsse innerhalb der Taliban unterscheiden. Es gebe «Hardcore»-Aufständische an der Seite des Terrornetzes Al Qaeda. Ein Teil der Taliban sehe aber, dass sie den «falschen Krieg» kämpften. Sie seien offen für Gespräche.
Ein Abzug der ausländischen Soldaten aus Afghanistan war bislang Kernforderung der Taliban um Mullah Omar, die sie auch an Deutschland richteten.
Die Aufständischen hatten Verhandlungen vor einem solchen Abzug bislang kategorisch ausgeschlossen. Am Montag signalisierten die Islamisten überraschend ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit der Regierung, ohne sich zu Bedingungen zu äußern.
Rassul lud die Taliban ein, sich am demokratischen Prozess zu beteiligen und eine eigene Partei zu gründen. Sollten sie dann Wahlen gewinnen, könnten sie an der Regierung beteiligt werden. «Im Moment sind die Taliban eine politische Bewegung, die alles zurückweist, was wir getan haben.»
Auf dieser Basis könne man nicht miteinander reden. Man werde die Taliban nicht als politische oder militärische Einheit anerkennen, «die alles neu diskutieren will, was wir in den vergangenen sechs Jahren erreicht haben». (nz/dpa)