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Lupe US-Regierung darf ohne Erlaubnis belauschen

Für die amerikanischen Geheimdienste soll es künftiger einfacher werden Verdächtige abzuhören. Für US-Präsident Bush ist das neue Gesetz notwendig, «um unser Land zu verteidigen».

Das Abhören von ausländischen Terrorverdächtigen könnte für die US-Geheimdienste bald einfacher werden. Der Senat stimmte in der Nacht zum Samstag für ein Gesetz, das das Recht der Regierung auf Lauschangriffe ohne richterliche Genehmigung vorübergehend ausweitet. US-Präsident George W. Bush hatte den Kongress gedrängt, ihm die erweiterten Befugnisse einzuräumen, bevor er an diesem Wochenende in den Sommerurlaub aufbricht.

Das Repräsentantenhaus sollte sich am Samstag mit der Vorlage beschäftigen. Bei der Debatte geht es im Kern um die Frage, wie früh ein Sondergericht die Entscheidung der Regierung überprüfen muss, Telefonate und E-Mails ausländischer Verdächtiger zu überwachen. Die Demokraten im Senat hatten ursprünglich für einen Zeitraum von zehn Tagen plädiert. Nach einer Veto-Drohung Bushs wurde dieser Antrag fallengelassen. Die nun vom Senat gebilligte Vorlage sieht eine Frist von 120 Tagen vor. Das Gesetz soll zunächst für sechs Monate gelten.

Das Weiße Haus begrüßte das Ergebnis der Senatsabstimmung und forderte das Repräsentantenhaus auf, die Vorlage ebenfalls zu verabschieden. Ein solches Gesetz gebe den Geheimdiensten «die notwendigen Werkzeuge, die sie brauchen, um unser Land zu schützen», sagte Bushs Sprecher Tony Fratto.

Unterdessen unterzeichnete Bush ein Gesetz, das weitere Empfehlungen der nach den Anschlägen des 11. September eingesetzten Kommission umsetzt. Demnach soll die gesamte Fracht von Passagierflugzeugen gründlich überprüft werden. Binnen fünf Jahren werden auch die Kontrollen von Containerschiffen, die die USA anlaufen, verschärft, um etwaige atomare Substanzen in der Ladung identifizieren zu können.

In den nächsten vier Jahren sollen zudem mehr als vier Milliarden Dollar unter anderem für die Verbesserung der Sicherheit von Bussen und Bahnen aufgebracht werden. Schließlich wird festgelegt, welche Städte als besonders bedroht einzustufen sind und deshalb mehr finanzielle Unterstützung für Sicherheitsmaßnahmen beanspruchen können.

Das Gesetz baue auf den erheblichen Fortschritten auf, die zum Schutz der Amerikaner seit dem 11. September 2001 bereits erzielt worden seien, erklärte Bush. Der frühere stellvertretende Vorsitzende der 9/11-Kommission, Lee Hamilton, sagte, nunmehr seien 80 Prozent der Empfehlungen umgesetzt. (AP)