netzeitung.deRumsfelds späte Einsicht

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Donald Rumsfeld (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Donald Rumsfeld
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Als der frühere populären Football-Star Tillman 2004 in Afghanistan starb, verschwieg das Pentagon wochenlang dessen wahre Todesursache - die irrtümliche Erschießung durch Kameraden. Nun gab's die Entschuldigung.

Der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat die Vertuschung der wahren Todesursache des US-Soldaten Pat Tillman in Afghanistan bedauert. Das Verhalten des Pentagons habe den Schmerz der Angehörigen nur noch größer gemacht, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Das US-Militär hatte 2004 die Öffentlichkeit und die Familie des früheren populären Football-Stars und Kriegsfreiwilligen Tillman wochenlang über die wahre Todesursache getäuscht. Das Pentagon behauptete zunächst, Tillman sei als Held bei einem Feuergefecht mit der Terrororganisation El Kaida getötet worden. Tatsächlich wurde der 27-Jährige irrtümlich von eigenen Kameraden erschossen.

Tiefes Bedauern
Er und alle mit dem Fall Beschäftigten im Verteidigungsministerium würden die Vorgänge «tief bedauern», sagte Rumsfeld, der im vergangen Dezember zurückgetreten war. Die Angehörigen des Toten beschuldigten das US-Militär und das Pentagon, das Schicksal des Vorzeige-Soldaten für politische Zwecke missbraucht zu haben. Ziel sei es gewesen, negative Schlagzeilen über den Antiterrorkrieg zu verhindern, sagte der Bruder des Toten, Kevin Tillman. «Wir sind alle betrogen worden», klagte Mutter Mary Tillman damals.

Rumsfeld betonte, dass er persönlich nicht involviert war, als die Familie Tillmans falsch informiert wurde. Er verwies auf ein internes Schreiben von ihm zu Beginn seiner Amtszeit 2001, in dem er allen Mitarbeiter des Pentagons aufgefordert habe, stets bei der Wahrheit zu bleiben. «Tut nichts, was Fragen über die Glaubwürdigkeit des Verteidigungsministeriums aufwerfen könnte«, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Rundschreiben Rumsfelds. (dpa)