netzeitung.deNato will kleinere Bomben für Afghanistan

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Deutsche Soldaten in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Deutsche Soldaten in Afghanistan
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Um die Unterstützung in der Bevölkerung nicht zu verlieren, ändert die Nato ihre Strategie in Afghanistan. Mit anderen Waffen sollen die Opfer unter den Zivilisten verringert werden.

Die Nato will in Afghanistan kleinere Bomben zum Einsatz bringen, um die Zahl der Opfer unter den Zivilisten zu reduzieren. Durch die steigende Zahl an zivilen Opfern drohe die Unterstützung in der Bevölkerung verloren zu gehen, sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer in einem Interview mit der britischen «Financial Times».

Die Nato habe deshalb auch schon Angriffe auf die Taliban abgeblasen, da die Gefahr bestanden habe, dass Zivilisten verletzt werden, so der Nato-Generalsekretär. Die Allianz plane deshalb, in bestimmten Fällen kleinere Bomben zum Einsatz zu bringen. Es sei jedoch «unmöglich» zivile Opfer ganz zu vermeiden.

Die Union ist nach den Worten ihres Fraktionschefs Volker Kauder bereit, einer Entsendung von zusätzlichen deutschen Soldaten nach Afghanistan zuzustimmen. «Wenn die Bundesregierung es für nötig hält, das deutsche Kontingent aufzustocken, dann ist dies aus meiner Sicht auch richtig», sagte der CDU-Politiker der «Bild»-Zeitung.

Der «Kölner Stadtanzeiger» berichtete, das CDU-geführte Verteidigungsministerium plane zunächst keine Aufstockung des Afghanistan-Kontingents. Kauder sagte, die Bundeswehr sei in der Lage sei, mehr Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Für die Sicherheit in Deutschland sei der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr sehr wichtig.

Die Bundestags-Mehrheit für die Verlängerung des Mandats im September sei daher gesichert: «Die SPD wird sicher noch intensive Diskussionen führen. Aber ich rechne nur mit wenigen Gegenstimmen.» Solange die Taliban nicht besiegt seien, komme ein Rückzug nicht in Frage: «Denn die Folge wäre, dass die Terror-Gefahr in Europa dramatisch steigt.»

Auch die Grünen sprechen sich für ein stärkeres Engagement in Afghanistan aus: «Am zivilen Aufbau hängt alles», sagte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer der «Rheinischen Post». «Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören der Aufbau einer funktionstüchtigen afghanischen Polizei und einer verlässlichen Armee.»

Bei beiden Aufgaben habe die internationale Hilfe nicht das gebracht, was man sich vorgenommen hat. «Das deutsche Engagement beim Polizeiaufbau wird zwar in seiner Qualität gelobt, aber in seinem Umfang ist es nicht befriedigend gewesen», kritisierte Bütikofer. «Deshalb ist es durchaus sinnvoll, noch mehr Wert auf den Aufbau der Polizei zu legen.»

Das Verteidigungsministerium hingegen plant nach einem Bericht des «Kölner Stadtanzeigers» keine Entsendung zusätzlicher Soldaten: «Wir wollen nicht erhöhen, sondern erstmal eine innere Optimierung», zitierte das Blatt einen Vertreter des Ministeriums. (nz/dpa/AP)